02.10.2019 - 11:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erich Rohrmayer zeigt bei Oberpfalz-Medien richtiges "Schafkopf"

Nicht das Wirtshaussterben sei schuld, dass der „Schafkopf" einschläft. Erich Rohrmayer sieht das eher anders rum. „Weil weniger Geschafkopft wird, sterben die Wirtshäuser aus.“ Was aber nicht nur am Kartenspiel liege.

Erich Rohrmayer aus Niederbayern hat schon viele Bücher zum Thema Kartenspielen veröffentlicht. Er gibt seine Kenntnisse im Medienraum der Oberpfalz-Medien weiter.
von Helmut KunzProfil

Rohrmayer sollte es wissen. Er stammt aus einem Bauernhof mit angeschlossener Wirtschaft. Schon als siebenjähriger Bub hat er im elterlichen Wirtshaus das Schafkopfen gelernt. In Buchhausen bei Schierling war das. Die Gaststätte Rohrmayer gibt es dort immer noch.

Am Dienstag begeisterte der studierte Elektrotechniker und Buchautor viele Leser im Medienraum der Oberpfalz-Medien. An zwei Abenden versucht Rohrmayer den Weidenern das Schafkopfen beizubringen. Zum Auftakt wurden eineinhalb Stunden Theorie gepaukt und hernach 90 Minuten gespielt. Am ersten Abend stellte der Vorkartler die Regeln vor und führte ins Kartenspiel ein. Dabei lernte der Kurs auch gleich das berühmte „Sauspiel“.

Kommende Woche wird Rohrmayer seine Schafkopffreunde über Einzelspiele, wie „Wenz“ und „Solo“ informieren. Das Schafkopfen sei deshalb so komplex, weil in dieser Disziplin nicht um Stiche gespielt werde, sondern um Augen. Es gehe um Strategien. „Da muss man schon aufpassen. Jeder Karte sind bestimmte Punkte zugeordnet. Das Ass hat zum Beispiel elf Punkte. Nicht der gewinnt, der möglichst viele Stiche macht, sondern wer die meisten Punkte erhält."

Im Idealfall sind das 61, weil sich in jedem Kartenspiel 120 Punkte befinden. „Man muss die Mehrzahl der Punkte erreichen.“ Der Niederbayer glaubt, dass das „Schafkopfspiel“ nach wie vor sehr beliebt sei bei den Leuten. Aber mehr noch das „Watten“, bei dem es landauf, landab zahlreiche Turniere gebe.

Beim Schafkopfen sei es ihm in letzter Zeit immer wieder mal gelungen, neue Spieler zu rekrutieren. „Besorgt bin ich um andere Kartenspiele, die ziemlich in Vergessenheit geraten sind und die ich mit meinen Büchern und Auftritten neu beleben möchte.“ Spiele wie, „Böhmisch Watten“, „Herzeln“, „Grasobern“ oder das „Wallachen“, ein wunderschönes Spiel für drei Personen.

„Schafkopfen“ könne man eigentlich überall spielen. Auch in einem Vereinsheim. Sein Motto: Man sollte das zur eigenen Freude tun. Und: „A jed’s Spuil muss net g’wunna sa.“

Die Schafkopfrunde wird an zwei Abenden in Theorie und Praxis unterrichtet.

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