16.11.2021 - 17:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erst Antigen-Test, dann Abtanzen: Drei Wege führen zur maskenlosen Clubnacht

Die bayerischen Disko-Betreiber können nun wählen, ob sie 2G oder 2G plus anwenden. Wenn die Gäste also ohne Maske feiern sollen, kommen auf sie neue Herausforderungen am Einlass zu – wir haben bei einem Weidener Clubbesitzer nachgefragt.

Bei 2G plus müssen alle Clubbesucher – auch geimpft und genesen – in Bayern einen negativen Coronatest vorweisen.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil

Mit einem 2G-Nachweis ganz entspannt ohne Maske in Bayerns Clubs und Diskotheken abtanzen? Das war einmal. Seit Dienstag gelten im Freistaat strengere Regeln. Wegen hoher Inzidenzwerte und einer starken Belastung der Krankenhäuser haben Club-Betreiber laut Entscheidung der Staatsregierung nun zwei Möglichkeiten: Entweder, sie wechseln auf 2G plus. Dann brauchen alle Besucher zusätzlich zum 2G-Nachweis noch einen tagesaktuellen Schnelltest, um eingelassen zu werden. Oder der Betreiber bleibt beim gewohnten 2G-Konzept, dann feiern und tanzen die Besucherinnen und Besucher aber mit FFP2-Maske.

Verschiedene Testnachweise

Doch was bedeutet das konkret? Darf das Partyvolk Zertifikate von bereits duchgeführten Schnelltests mitbringen oder werden die Tests direkt vor Ort vor der Diskothek abgewickelt? Die Antwort: Es gibt drei verschiedene Wege, die zu einem maskenlosen Feiern in den Clubs führen. Diese sind ein PCR-Test, PoC-Antigentest und Selbsttest.

Eine Ministeriumssprecherin des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege erklärte auf eine Anfrage von Oberpfalz-Medien: „Folgende Testnachweise kommen in Betracht: PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde, ein PoC-Antigentest, der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde, oder ein vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassener, unter Aufsicht vorgenommener Antigentest zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests), der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde.“

„Ich denke, dass es in den ersten Tagen ein bisschen chaotisch wird“, sagt Daniel Zienert. Er betreibt den Hashtag-Club in Weidens Innenstadt. Viele Leute würden bestimmt bereits Zertifikate ihrer Antigentests mit zum Clubeingang bringen. Es gebe aber sicher noch eine erhebliche Anzahl an Besucherinnen und Besuchern, die diese Verschärfung der Corona-Regeln noch nicht mitbekommen hätten. Aber auch darauf ist Daniel Zienert vorbereitet. Vor dem Hashtag wird es am Freitag und Samstag ein kleines „Schnelltestzentrum“ geben. Dort könnten die Gäste dann vor Ort unter Aufsicht einen Coronatest durchführen. „Ich habe geschultes Personal“, erklärt der Weidener Club-Besitzer. Und auch er werde vor dem Wochenende noch den nötigen Lehrgang absolvieren, damit er die Tests beaufsichtigen beziehungsweise durchführen könne. Zienert steht auch mit den örtlichen Behörden ständig in Kontakt und versucht alles, um die neuen Corona-Regeln vorschriftsgemäß einzuhalten.

Bundesweit viele Warnmeldungen

Dennoch zeigen die neuesten Zahlen, dass wohl vor allem Clubs und Bars bundesweit die größten Corona-Hotspots sind. Knapp drei Viertel aller Warnungen der Gesundheitsämter in Deutschland, die aus dem System der Luca-App generiert wurden, gingen an Besucher von Bars und Clubs. Das geht aus einer anonymisierten Auswertung für den Oktober hervor, bei der über 181 000 ausgespielte Warnmeldungen analysiert wurden.

Fast die Hälfte der Warnungen betrafen Clubs (49,1 Prozent), knapp ein Viertel Bars (23,2 Prozent). Erfasst wurden Warnhinweise per App und Anrufe bei Nutzern der App durch das Gesundheitsamt. Vergleichsweise wenige Warnmeldungen gingen dagegen an Restaurant-Gäste. Sie erhielten 10,9 Prozent aller Warnmeldungen, zeigen die Zahlen, die vom Betreiber der App am Montag veröffentlicht wurden.

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