Weiden in der Oberpfalz
21.02.2020 - 11:13 Uhr

Erster-Hilfe-Kurs für Hunde mit Tierärztin Barbara Bäumler bei Oberpfalz-Medien

Mini-Bullterrier „Maisie“ entpuppte sich als williges Versuchskaninchen beim Bandagieren und Pulsmessen. An ihm demonstrierte Tierärztin Barbara Bäumler bei Oberpfalz-Medien die „Erste Hilfe am Hund".

Augen zu und durch, mochte sich Mini-Bullterrier "Maisie" wohl gedacht haben, als er am Mittwoch von Tierärztin Barbara Bäumler einen Kopfverbandverpasst bekam. Natürlich war Herrchen Peter Kick zum Knuddeln immer an seiner Seite. Bild: Kunz
Augen zu und durch, mochte sich Mini-Bullterrier "Maisie" wohl gedacht haben, als er am Mittwoch von Tierärztin Barbara Bäumler einen Kopfverbandverpasst bekam. Natürlich war Herrchen Peter Kick zum Knuddeln immer an seiner Seite.

„Tiere sind Familienmitglieder. Je länger ich einen Hund besitze, desto enger wird der Kontakt. Für Menschen ist der medizinische Notdienst bestens organisiert. Im Tierbereich, bei Hunden und Katzen, sieht die Situation anders aus", sagte Tierärztin Barbara Bäumler bei Oberpfalz-Medien. Deshalb gab es einen Erste-Hilfe-Kurs in Kooperation mit der Hundeschule "Dog-Brothers". Viele Tierhalter interessierten sich für das Thema.

Zunächst erläuterte Bäumler die seit 14. Februar in Kraft getretene Notdienstordnung für Tierärzte, die einen Tierarztbesuch zum Leidwesen der Tierhalter verteuert habe. Werde ein im Notdienst eingesetzter Tierarzt am Sonntag aufgesucht, könne er den vierfachen Satz verlangen. Das Problem: „Wir finden keine Tierärzte, die das machen wollen.“ Denn: „Wir müssen nicht.“ Also bleibe oft nur der weite Weg zu den beiden Tierkliniken in Regensburg oder Nürnberg. „Dort finden Sie Ärzte mit entsprechender Erfahrung, die allerdings auch Geld kosten.“

In den Kliniken teilten sich jeweils fünf, sechs Tierärzte den Wochenenddienst. Tiere mit gebrochenen Gliedern würden allerdings an den Wochenenden nur erstversorgt. Operiert werde während der Woche, wenn die entsprechenden Expertenteams vor Ort seien.

Bäumler ist seit 2002 Tierärztin, arbeitete zunächst als praktische Kleintierärztin in Nürnberg und wirkt seit 2006 in Weiden, wo sie die Stelle der Amtstierärztin bekleidet. Nebenbei betreibe sie eine Praxis. „Ich bin ja nicht Tierärztin geworden, um nur hinterm Schreibtisch zu sitzen.“

Ihren Vortrag beleuchtete sie Traumata und Verletzungen, die ganz plötzlich eintreten; Bisswunden am Ohr, Schnittverletzung oder ausgerissene Krallen. Sie empfahl in vielen Fällen, die Erstversorgung selber vorzunehmen. „Man kann viel Geld sparen. Und ein Hexenwerk ist das nicht.“

Natürlich dürfe kein Hundehalter verlangen, einen Verband genau so exakt anzulegen, wie ein Tierarzt. „Dafür haben wir lange geübt." Bei kleineren, offenen Wunden empfahl die Expertin Kochsalzlösung. „Die gibt es in der Apotheke für zwei Euro.“

Bein-, Ohr- oder Kopfwunden bluteten bei Hunden stark. Und die Tiere schüttelten sich. Oft müsse nach einer Verletzung der Wohnbereich neu getüncht werden. Weitere Themenbereiche waren Krankheiten, wie Darmverschluss oder Magendrehung. Bei letzterem müsse der Hund sofort zum Tierarzt. Einen zweistündigen Transport in die Klinik würde kein Hund mit Magendrehung überleben. Ein weiteres Themenfeld waren Vergiftungen.

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