Weiden in der Oberpfalz
18.04.2022 - 10:56 Uhr

Fachleute helfen im Repair-Café in Weiden bei Reparaturen

Kaputter Toaster? Kein Problem. Die Weidener Funkamateure laden am Samstag, 23. April, zum ersten Repair-Café ins Schützenhaus ein. Defekte Gebrauchsgegenstände werden dabei untersucht und im besten Fall gemeinsam repariert.

Reparieren statt wegwerfen – diese Möglichkeit gibt es schon bald auch in Weiden. Wegbereiter und Initiatoren sind die Weidener Ortsverbände des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V., des Verbands der Funkamateure in Telekommunikation und Post e.V. und das Netzwerk reparatur-initiativen.de. Das erste Repair-Café startet am Samstag, 23. April, von 13 bis 17 Uhr. Im Schützenhaus „Dotscheria“, am Hetzenrichter Weg gegenüber der OTH, unterstützen an diesem Tag ehrenamtliche Funkamateure aus Weiden und Umgebung die Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu reparieren.

Heribert Spießl, Vorsitzender der Weidener Amateurfunker, steckt mitten in den Vorbereitungen. Für verschiedene Reparaturen aus den Bereichen Elektro, Elektronik, Kommunikation und IT, Holz oder Fahrrad versucht er, Reparaturfachkundige und die notwendigen Materialien und Werkzeuge vor Ort bereitzustellen: "Durch das gemeinsame Reparieren setzen engagierte Bürger ein Zeichen gegen eine sorglose Wegwerf-Gesellschaft und schonen obendrein wertvolle natürliche und menschliche Ressourcen, weil Gebrauchsgüter länger nutzbar bleiben. Auch die wieder instand gesetzten Gegenstände erhalten eine neue Wertschätzung – statt auf dem Müll zu landen. Zudem teilen Menschen untereinander ihr Wissen über das Reparieren und die Technik dahinter."

Gebraucht und geschätzt

Der Gedanke habe schon vor Jahren weltweit eine Bewegung in Gang gesetzt und sei durch die verschärfte Situation im Gebrauchtwarenhandel in den vergangenen Monaten noch verstärkt worden. In Zeiten von leergefegten Märkten in verschiedensten Bereichen habe gebrauchte Ware wieder einen besonderen Stellenwert eingenommen. Und hier setzt die Initiative an: Laien und Experten arbeiten gemeinschaftlich zusammen, geben Hilfe zur Selbsthilfe und regen so zu einem bewussten Konsumverhalten an.

Heribert Spießl und Jo Pirzer freuen sich auf das erste Repair-Café

Spießl sieht noch einen weiteren Nutzen: "Es treffen Menschen aus der Nachbarschaft am Reparaturtisch aufeinander – das stärkt den lokalen Zusammenhalt und schafft neue Bekanntschaften." In gemütlicher Atmosphäre sollen die Bürger ihre geliebten Schätze, die ihren Dienst versagen mit Hilfe der Funkamateure wieder zum Leben erwecken. "Dabei spielt es keine Rolle, ob es mit oder ohne Strom arbeitet. Und falls ein Ersatzteil zum Beispiel für eine Waschmaschine vom Hersteller nicht mehr angeboten wird, wird unseren Besuchern bei der Suche nach etwas passendem geholfen", erklärt der Organisator. Oft handle es sich jedoch um geringfügige Fehler, die von einem geschulten Auge schnell erfasst und mit entsprechender Erfahrung ebenso zügig behoben werden könnten.

Telefonische Anmeldung

Sehr wichtig sei im Vorfeld eine telefonische Anmeldung. Da die Organisation noch optimiert werden soll, müssen die Reparaturen unter der Telefonnummer 0961/20498766 mit Spießl abgesprochen werden. Die Anrufer erhalten dann einen Zeitabschnitt, in dem sich die Experten mit ihrem Gerät befassen. "Je besser wir wissen, was auf uns zukommt, umso besser können wir uns vorbereiten und eventuell noch bestimmte Fachleute rekrutieren." Derzeit stünden bis zu zehn ehrenamtliche Helfer für das erste Repair-Café zur Verfügung. Die meisten davon sind Funkamateure, die aber auch in anderen Fachgebieten einsetzbar sind: "Es ist irre, wie breit manche Leute aufgestellt sind." Als Beispiel nennt Spießl einen IT-Spezialisten, der nebenbei auf die Jagd geht und noch eine Imkerei betreibt. "Wir haben auch einige junge Leute dabei, die sich engagieren wollen." Der Funkamateur spricht von einem "dynamischen Vorgang". Beim ersten Repair-Café rechne man noch nicht damit, "überrannt" zu werden. Im Laufe der Zeit soll sich das vierteljährlich stattfindende Event aber als feste Einrichtung etablieren.

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Ensdorf15.10.2021

Mit dem Repair-Café würde keinerlei kommerzieller Nutzen verfolgt: "Es geht uns auf keinen Fall um Generierung von Geld." Allerdings seien Spenden willkommen, da den Initiatoren für die Bereitstellung von Material und Werkzeug durchaus Kosten entstehen. Und so freut sich der Chef der Weidener Amateurfunker auf möglichst viele Interessenten, die am 23. April ins Schützenhaus kommen, um ihre schwächelnden Geräte oder Gegenstände bei Kaffee und Kuchen wieder funktionsfähig zu machen. Ein Dank gebühre Schützenhaus-Wirt Wilhelm Hägler, der an dem Tag extra seine Räumlichkeiten aufsperrt und zur Verfügung stellt.

Hintergrund:

Für diese Bereiche ist das Repair-Café gerüstet

 
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