18.06.2019 - 16:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fensterrahmen sind nichts fürs Johannisfeuer

Der letzte Sündenfall ist über 10 Jahre her, erinnert sich Alois Lukas. Damals lagerte jemand lackierte Fenster und Türen auf dem OWV-Johannisfeuerstapel ab. Doch der Verein wusste sich zu helfen.

Nur was reinkommen darf, ist drin: Das versichern jedenfalls die Verantwortlichen der Johannisfeuer in Stadt und Land, mit denen Oberpfalz-Medien gesprochen hat. Die Zeiten, in denen noch lackierte Bauteile in Flammen aufgingen, sind vorbei.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Wie? Ganz einfach, erklärt Alois Lukas: „Wir kannten den Verursacher. Also haben wir eine Anzeige in die Zeitung gesetzt und gedroht, wenn der Bauabfall nicht abgeholt wird, informieren wir die Polizei.“ Das wirkte. „Kurz darauf war der Abfall wieder weg.“

In diesen Tagen laufen die Vorbereitungen für die Johannisfeuer in Stadt und Land auf Hochtouren. Die meisten Veranstalter gehen offenbar schon seit längerem verantwortungsvoll damit um. Im Weidener Rathaus sind jedenfalls keine Fälle von Ordnungswidrigkeiten in den letzten Jahren bekannt. Auch das Landratsamt Neustadt hat schon länger keine Bußgelder mehr verhängt. Die Verantwortlichen wissen offenbar, worauf es ankommt. So auch der Vorsitzende des OWV Weiden.

„Wir achten seit Jahren darauf, dass nur unbehandeltes Holz verbrannt wird“, betont Lukas. „Heuer sind es sogar nur Sträucher, die von der Stadtgärtnerei geschnitten wurden.“ Die wurden zwar schon vor März nahe der Dekan-Pfeiffer-Ruhe aufgeschichtet, wo das Johannisfeuer am Samstag abgebrannt wird. „Wir haben den Stapel aber schon einmal umgeschichtet. Und am Samstag schaufeln wir ihn noch einmal mit dem Frontlader um.“ So wird vermieden, dass womöglich Igel, Vögel oder anderes Getier, das hier Unterschlupf gefunden hat, in den Flammen umkommt. Ein Aspekt, auf den auch im Landratsamt und im Rathaus großer Wert gelegt werden, wie Pressesprecherin Claudia Prößl und ihr Kollege Norbert Schmieglitz betonen. Ähnlich verfahren die Mitglieder vom Stammtisch Höhe 308, die am Freitagabend ihr Feuer entzünden. „Wir verbrennen nur noch Paletten, die wir von einer Firma geliefert bekommen“, sagt Vorsitzender Max Schmöller. „Die wurden letzte Woche gebracht und wir haben sie am Dienstagabend aufgeschlichtet.“ Allzu lange vorher will der Verein das Holz nicht mehr lagern. Denn vor zwei Jahren hat er schlechte Erfahrungen damit gemacht. „Da hat uns jemand unter anderem lackierte Fensterrahmen auf den Stapel geworfen. Die mussten wir dann zur Müllumladestation fahren.“

Ganz so eng hat man das früher in der einen oder anderen Landkreisgemeinde nicht gesehen, räumt Jonas Schlegl vom Vorstand der KLJB Neudorf ein, die dort für das Johannisfeuer verantwortlich zeichnet. „Früher haben die Bürger ihre Holzabfälle zum Feuerplatz gebracht.“ Das sei gang und gäbe gewesen. Neben Sträuchern und Ästen seien da schon mal ein alter Gartenzaun oder einige Abfälle mit Farbresten dabei gewesen. „Aber nichts Weltbewegendes.“ Nach Beschwerden von Bürgern beim Landratsamt würden bei der KLJB nur noch bestellte Holzpaletten verbrannt. „Oder in Einzelfällen Abfälle von Bürgern, die wir kontrollieren.“

Ähnlich handhabt das die Feuerwehr von Altenstadt bei Vohenstrauß, sagt Vorsitzender Florian Lukas. „Wir schütten den Haufen erst zwei, drei Tage vor dem Feuer auf. Es kommt wirklich nur Holz drauf ohne Lack oder Nägel.“ Ab und zu würden Leute anfragen, ob sie ihren Gartenschnitt bringen dürften. „Das wird dann aber von uns kontrolliert. Probleme hatten wir da noch nie.“

Alois Lukas betont abschließend: „Wir verwenden zum Anzünden auch nur Stroh. Kein Benzin oder Öl, selbst bei strömendem Regen.“ Die Ballen würden erst kurz vor der Feier hingefahren und um den Holzstapel verteilt. „Dann klappt es auch.“

Stadtbrandrat Richard Schieder informiert::

Das darf auf den Feuerstapel

Nur unbehandeltes und gut abgelagertes Holz darf laut Stadtbrandrat Richard Schieder auf den Stapel für das Johannisfeuer. Lackierte Bauteile wie Türstöcke oder Fensterrahmen sind tabu.

Der Holzstapel sollte außerdem nicht länger als 3 Tage vor der Feier aufgeschichtet werden, um zu vermeiden, dass sich Kleingetier wie Igel, Schlangen oder Vögel dauerhaft dort ansiedelt und dann jämmerlich in den Flammen umkommt.

Johannisfeuer müssen außerdem vorher bei der Stadtverwaltung angezeigt werden, und die Veranstalter müssen darauf achten, dass keine Waldbrandgefahr besteht.

Tipps vom Kreisbrandrat aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach

Amberg
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