18.06.2019 - 21:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Johannisfeuer: Kreisbrandrat Fredi Weiß gibt Tipps

Kreisbrandrat Fredi Weiß sieht den Johannisfeuern, die vor allem am Wochenende im Landkreis Amberg-Sulzbach entfacht werden, gelassen entgegen. Vorsicht sei dennoch angebracht - auch wenn die Waldbrandgefahr gesunken ist.

Ein beeindruckender Anblick, so ein Johannisfeuer. Diesmal dürfen sie wieder brennen – im vergangenen Jahr sind viele wegen der großen Waldbrandgefahr abgesagt worden.
von Heike Unger Kontakt Profil

In der vergangenen Woche sei die Situation schon deutlich brenzliger gewesen, sagt Fredi Weiß im Gespräch mit der Redaktion: "Da hatten wir Waldbrandstufe 3 bis 4. Jetzt haben wir aktuell 1,2, nur teilweise noch 3." Fünf solcher Stufen gibt es - je höher, desto größer ist die Brandgefahr. Dabei spielt nach den Worten des Kreisbrandrats vieles eine Rolle - "die Vegetation, der Boden, das ist alles unterschiedlich empfindlich für Flächenbrände". Nicht nur der Wald ist in Gefahr, wenn lange Trockenheit herrscht. Dann gibt es oft auch sogenannte Vegetationsbrände, Flächen, die in Flammen aufgehen. "Oftmals im Frühjahr, wenn das dürre Gras noch liegt vom Winter und abgetrocknet ist", erklärt Weiß.

Aktuell sei das Risiko aber nach den zurückliegenden Regenfällen gesunken. "Bei uns in Schnaittenbach hatten wir zum Beispiel 15 Liter Regen in einer Nacht. Das spürt man natürlich schon. Das ist nicht vergleichbar mit den Dürren, die wir 2017/18 gehabt haben." Weiß schränkt aber ein: Momentan sei das so. "Man weiß nicht, was der Sommer noch bringt."

"Lage relativ entspannt"

Aber in dieser Woche, in der traditionell die meisten Johannisfeuer abgebrannt werden, "ist die Lage schon relativ entspannt". Im vergangenen Jahr war das anders, damals wurden einige Johannisfeuer ganz abgesagt. Oder als "Johannisfeuer ohne Feuer" abgehalten. Vor einem Jahr sei die Brandgefahr sehr hoch gewesen, "weil wir eine langanhaltende Dürre hatten". Als Verantwortliche müssten dann Feuerwehr und Gemeinden auf dieses Risiko hinweisen.

Weiß mahnt aber auch bei geringer Waldbrandgefahr zur Vorsicht: "Eine Gefahr hab' ich immer durch ein offenes Feuer." Bei großen, wie denen zu Johanni, spiele der Funkenflug eine Rolle. Vor allem, wenn Wind aufkommt. "Ab Waldbrandgefahrstufe 4 ist es eigentlich nicht mehr geboten, so ein Feuer zu schüren", sagt Weiß.

Die Feuerwehr gebe hier aber nur Empfehlungen, werde von Veranstaltern auch oft als Ratgeber dazugeholt. Die Genehmigung sei dann Sache der Gemeinde, die auch Auflagen erteilen kann. Sie könne ein Feuer auch untersagen, "weil das Risiko zu groß ist. Das hat es schon gegeben". Man könne so viele Sicherheitsvorkehrungen treffen, wie man will: "Wenn dann der Wind dazu kommt", und Funken fliegen, "dann hat das auch eine Sicherheitswacht nicht mehr im Griff". Wie schnell das gehen kann, sehe man bei Flächenbränden, die im Sommer beim Dreschen entstehen. Ein Funke am Mähdrescher könne ganze Felder abfackeln. Und wenn es erst einmal brennt, "dann brennt's".

Ein geschultes Auge

Um es beim Johannisfeuer gar nicht dazu kommen zu lassen, sei es schon gut, wenn Feuerwehrleute dabei seien - als Sicherheitswacht, oder weil sie auch Mitglied im veranstaltenden Verein sind. "Damit einfach ein geschultes Auge dabei ist." Das scheint bislang gut funktioniert zu haben: "Ich kann mich in meiner Zeit als Kreisbrandrat nicht erinnern, dass wir mal einen Fall gehabt hätten, wo die ganze Lage eskaliert wäre und durch ein Johannisfeuer ein größerer Schaden entstanden wäre."

Kreisbrandrat Fredi Weiß.
Johannisfeuer:

Drei Fragen an Kreisbrandrat Fredi Weiß

Worauf muss der Veranstalter bei einem Johannisfeuer achten, um das Risiko gering zu halten?

Zum einen ist es wichtig, dass man als Brandgut etwas nimmt, das wenig Funkenflug hat. Also: feste Brandstoffe, nicht Heu und Stroh, was leicht wegfliegen kann. Es ist aber auch geregelt durch die Abfallwirtschaft, dass man nicht mehr, so wie früher, alles, was man nicht braucht, ins Johannisfeuer reinstellt. Vom gestrichenen Gartenzaun bis Gott weiß was. Und es sollte auf jeden Fall die Bodenoberfläche passen, dort, wo das Feuer aufgebaut wird. Das beste ist natürlich immer eine Sandfläche, eine Fläche ohne Bewuchs. Und wenn es nicht anders geht, dann muss halt auch mal ein Ring ausgehoben werden, damit da ein kleiner Graben ist, wo das Feuer nicht weiter kann. Oder man wässert den Bereich stark ein, damit alles feucht ist. Dann kann sich das Feuer nicht ausbreiten.

Muss man die Feuerstelle auch nach dem Abbrennen noch im Auge behalten?

Ja, das ist ganz wichtig: Das Feuer immer beobachten. Immer. Es ist ja auch verboten nach dem bayerischen Waldgesetz, ein Feuer unbeaufsichtigt zu lassen. Auch wenn später die Glut schon weit runtergebrannt ist und das Gesellschaftliche mehr im Vordergrund steht, muss gewährleistet sein, dass immer noch genügend Leute aufpassen, dass am Feuer nichts passiert.

Ist nach dem Regen der vergangenen Tage die Gefahr diesmal nicht so groß?

Aufpassen muss man immer. Aber die Gefahr ist durch die Regenfälle der vergangenen Tage schon gesunken. Bei uns in Schnaittenbach hatten wir zum Beispiel 15 Liter Regen in einer Nacht, das spürt man natürlich schon. Das ist nicht vergleichbar mit den Dürren, die wir 2017/18 gehabt haben. Trotzdem: Gefahr besteht bei einem Feuer im öffentlichen Bereich immer. Das sieht man häufig bei Erntearbeiten oder bei Unachtsamkeit, sei es durch Wanderer oder Spaziergänger im Wald. Also: Aufpassen muss man immer. Aber die Gefahr ist diesmal nicht ganz so hoch.

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