26.06.2020 - 14:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Feuerwache in Weiden: Weiter nur vielleicht auf dem Bauhof

In der Mehrzweckhalle tagt der Stadtrat Weidens. Parallel dazu treffen sich die Planer mit der Feuerwehr wegen der neuen Hauptwache auf dem Gelände von Bauhof und Stadtgärtnerei. Das letzte Wort zum Standort ist aber noch nicht gesprochen.

Die aktuelle Hauptwache der Feuerwehr Weiden wird zu klein. Möglicherweise soll ein Neubau in Weiden-Ost entstehen. Noch sind aber viele Fragen offen.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Eine neue Feuerwache auf dem Bauhofgelände in Weiden-Ost? "Die Leistung für die Bedarfsplanung sind jedenfalls schon beauftragt", sagt Baudezernent Oliver Seidel in der Stadtratssitzung. Die SPD hat sich nach dem aktuellen Sachstand erkundigt. Und brandaktuell berichtet Seidel weiter, dass sich in diesem Moment Planer und Feuerwehr treffen würden. "Im Herbst wird die Ergebnispräsentation erwartet."

Neue Feuerwache: So steht's um die Planung

Weiden in der Oberpfalz

Warum es diese neue Feuerwache braucht, bringt SPD-Stadträtin Hildegard Ziegler auf den Punkt: "Die Gegebenheiten reichen einfach nicht mehr aus." Der Stadtort Bauhof könne Synergieeffekte hervorbringen. Bei vergleichbaren Projekten habe sich herausgestellt, dass 20 Prozent der Flächen gemeinsam genutzt werden können. "Deshalb ist es sehr erfreulich zu hören, dass sich das Projekt in Weiden planerisch umsetzen lässt. Nur muss der Lageplan endlich vorgestellt werden, um die Ungewissheit zu zerstreuen", findet Ziegler. Nach SPD-Kenntnissen solle die Hauptfeuerwache auf dem vorderen Grundstücksbereich entstehen und damit die anderen, bereits bestehenden Gebäude von Bauhof und Gärtnerei nicht berühren. Auch deshalb fort Ziegler spontan ein klares Bekenntnis des Stadtrats zu diesem Standort: "Lassen Sie uns diesen Tag nutzen. Wir sollten heute eine Grundsatzentscheidung treffen."

Stadträte verweigern vorzeitiges Ja zum Standort

Das finden andere nicht. Karl Bärnklau von den Grünen etwa hält das für verfrüht: "Wir sollten erst wissen, was Sache ist. Wenn im Verlauf der Planung unüberwindbare Hindernisse auftauchen, müssen wir die Notbremse ziehen." Bürgerlisten-Stadtrat Stefan Rank stößt ins selbe Horn: "Wir können die Verlegung nicht beschließen, wenn wir keine Pläne kennen." Er und Rainer Sindersberger (Freie Wähler) meinen, diese Pläne seien wichtig, um die Vereinbarkeit von Feuerwehr, Bauhof und Stadtgärtnerei auf dem Areal einschätzen zu können. Grundsätzlich sei man ja für den Neubau. "Aber üppig sind die Örtlichkeiten nicht", meint Rank. Und die Zufahrt müsse geregelt sein. "Für mich gehört sich hier die Fortführung der Tangente auf den Tisch."

Zuwegung für Feuerwehr treibt Stadträte um

Die Zuwegung treibt auch Sindersberger um: "Es muss geklärt werden, ob die Feuerwehr in die Ostmarkstraße einfahren darf. Und auch der schon oft abgelehnte Kreisverkehr vor dem Bauhof muss neu diskutiert werden." Allesamt, Bärnklau, Rank und Sindersberger, tragen die grundsätzliche Entscheidung für eine Verlegung und den Neubau der Feuerwache mit. Keiner aber will zum jetzigen Zeitpunkt die Grundsatzentscheidung für den Bauhof als neuen Standort treffen.

Bauhof und Wehr mit ähnlichen Fahrzeugen unterwegs

Oberbürgermeister Jens Meyer versichert, auch die Zufahrt werde im Lauf des Prozesses noch geprüft. Und er selbst nennt mögliche Synergieeffekte beim Namen. So würden die Fahrzeuge von Feuerwehr, Bauhof und Stadtgärtnerei große Ähnlichkeiten aufweisen. Folglich gebe es eine Schnittmenge bei der Betankung oder der Werkstattleistung. Alois Lukas (CSU) ergänzt, dass zusätzliche Synergieeffekte nutzbar seien, weil auch die Gebäude des Bauhofs nicht mehr dem aktuellen Bedarf entsprächen und verändert werden müssten. "Die CSU-Fraktion steht jedenfalls einmütig hinter der Weiterverfolgung der Pläne", sagt Lukas und pocht zugleich darauf, dass eine vernünftige Ausstattung der Gärtnerei Bestand haben muss. Unterm Strich werden der Neubau schon lang geplant. Eine Zehn-Jahres-Frist sollte aber nicht überschritten werden, findet Lukas. Ali Zant (Die Linke) wünscht sich zudem, die Nachfolgenutzung der jetzigen Feuerwache nicht aus den Augen zu verlieren. ER wünscht sich, wie einst von der SPD beantragt, dort ein Kulturzentrum.

Einstimmiges Votum, aber keine Entscheidung für Bauhof

Am Ende gibt es keine Festlegung auf den Standort Bauhof für die Feuerwache. Aber die Stadträte sprechen sich einstimmig dafür aus, dass die Pläne weiterverfolgt werden sollen. Damit wird sich ab Herbst der Bauausschuss mit den Ergebnissen der beauftragten Bedarfsplanung beschäftigen.

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