07.07.2020 - 15:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Finger weg von meinen Daten - Cyber-Angreifern die Stirn bieten

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Online-Erpresser schlagen immer wieder zu. Eines der jüngsten Opfer von Cyber-Attacken: ein großes Oberpfälzer Unternehmen mit Sitz in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN. Experten geben nun Tipps, wie man sich vor Angriffen schützen kann.

Hacker schleusen gerne Schadsoftware auf fremde Computer ein, um persönliche Daten abzufangen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Eine E-Mail mit dubiosem Anhang oder ein Link, hinter dem sich eine Schadsoftware verbirgt. Wer nicht aufpasst, tappt schnell in die Falle von Online-Erpressern. Davor sind weder private Internetnutzer noch Unternehmen gefeit, wie ein Fall in der Region zeigt: Erst am Freitag hat es laut Polizeipräsidium Oberpfalz eine Cyber-Attacke auf ein großes Unternehmen mit Sitz in Weiden und Landkreis Neustadt/WN gegeben. Um sich vor derartigen Hacker-Angriffen weitestgehend schützen zu können, hat Stefan Eichenseher, zuständig für die Netzwerksicherheit der Volkshochschule Weiden-Neustadt, Tipps parat.

"Früher waren Hacker-Angriffe noch Scherze, heute steckt eine ganze Industrie dahinter", beschreibt er die Entwicklung der Szene hin zur Verbrecher-Professionalität. "Früher waren die E-Mails in schlechtem Deutsch geschrieben, aber jetzt sind sie so gut gemacht", dass es selbst ihm schwer falle, diese zu erkennen. Die Opfer würden meist gezielt ausgesucht. Bei Firmen sei das einfacher, da die Kontaktdaten auf den Homepages veröffentlicht werden. "Man versucht, Begehrlichkeiten zu wecken, oder will eine Kurzschlussreaktion bei den Nutzern hervorrufen", erklärt er. Abgesehen hätten es die Erpresser meist auf persönliche oder Firmen-Daten - verbunden mit einer Forderung nach Lösegeld.

Damit die Hacker aber erst gar nicht die Möglichkeit haben, an die wertvollen Daten zu kommen, sei eines laut Eichenseher besonders wichtig: regelmäßige Updates des Betriebssystems. "So werden Lücken geschlossen, denn da greifen die Hacker gezielt an. Es gibt im Darknet sogar Suchmaschinen, die diese Lücken suchen." Ein Antivirenschutz allein reiche nicht aus, um seinen Computer zu schützen. Außerdem gelte: "Man sollte immer misstrauisch sein und nicht irgendeine Software von unseriösen Quellen installieren." Auch ein regelmäßiges Backup der Daten sei hilfreich, um nicht erpressbar zu werden. Hat sich ein Verschlüsselungstrojaner oder ähnliches doch einmal Zutritt zu den Daten verschafft, sollte sofort die Netzwerkverbindung unterbrochen, ein Fachmann aufgesucht und die Polizei verständigt werden.

Hackerangriffe kommen laut Eichenseher immer häufiger vor, doch die Betroffenen würden es nur sehr ungern zugeben, "weil das vermeintlich auf schlechte IT-Sicherheit zurückzuführen ist, aber es gibt nie ein vollkommen sicheres System", sagt er. Um die Menschen verstärkt für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die Volkshochschule in Kooperation mit dem Bayerischen Volkshochschulverband ab Herbst auch eine Seminar-Reihe an. ",Souverän digital‘ zielt auf Mitarbeiter im Unternehmen ab, um sie fitter im Umgang mit den Neuen Medien zu machen", erklärt Dagmar Bock, Fachbereichsleitung Beruf und Neue Medien. Datensicherheit und -schutz am Arbeitsplatz seien nur ein Punkt, der angesprochen werde. Die Seminare dauern bis in den März hinein und kosten pro Abend 250 Euro. Wer jedoch die Voraussetzung für den Bildungsscheck erfüllt, könne kostenlos daran teilnehmen. Ansprechpartnerin dafür ist Dagmar Bock.

Cyber-Attacke auf großes Oberpfälzer Unternehmen:

Neustadt an der Waldnaab
IT-Experte Stefan Eichenseher weiß, worauf es beim Schutz vor Cyber-Attacken ankommt. Dagmar Bock, Fachbereichsleitung Beruf und Neue Medien bei der Volkshochschule Weiden-Neustadt, stellt zum Thema passend eine neue Seminarreihe der VHS vor, die im Herbst startet.
Tipps der IHK:

Regelmäßige Mitarbeiterschulungen zu Cyber-Kriminalität

Seit der Coronakrise hätten sich die Cyber-Angriffe gehäuft, sagt Christian Götz, zuständig für die IT-Sicherheit der IHK Regensburg, zu der auch die Geschäftsstelle in Weiden gehört. "Jetzt, wo viele im Homeoffice arbeiten", seien besonders Phishing-Mails lukrativ. Konkrete Zahlen kenne er nicht, da die Grauzone enorm groß sei. "Viele machen das nicht publik." Wichtig sei, um solchen Angriffen vorbeugen zu können, dass in jedem Unternehmen regelmäßig Mitarbeiterschulungen angeboten werden, rät er. Hilfreich sei es auch, ein Sicherheits-Management-System zu nutzen.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.