13.08.2018 - 10:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fischsterben: Gefährlich wird es bei 27 Grad

Deutschland jammert übers große Fischsterben. In Weiden und Umgebung gibt es hier bisher keine größeren Probleme, sagt der Vorsitzende des Fischereivereins. Den kritischen Wert von 27 Grad und den Biber haben aber alle fest im Blick.

Waldnaab und Flutkanal brauchen unbedingt Regen.
von Helmut KunzProfil

(uz) "Wir sind noch verschont", erklärt Thomas Albert, Vorsitzender des Weidener Fischereivereins. Anders als am Rhein, wo es viele tote Fische gebe. "Gefährlich wird es, wenn die Wassertemperatur 27 Grad erreicht." Albert: "Andreas Baierl misst jeden Tag im Stadtbad. Und dort sind es aktuell 25 bis 26 Grad."

Sollte die Marke von 27 Grad erreicht werden, dann treffe das vor allem Forellen und Eschen. "Die brauchen kühles Wasser", erzählt Albert. "Die brauchen viel Sauerstoff." Karpfen hingegen überlebten locker Wassertemperaturen von 30 Grad. Die würden ja sogar in Israel gezüchtet. "Für Forellenzüchter wird's hingegen langsam dramatisch."

Die gebe es aber in der Region eher selten. "Bei uns dominieren die Karpfenzüchter. Deshalb hält sich die Gefahr noch in Grenzen." Viel schlimmer als die Wassertemperatur sei derzeit die Situation durch die anhaltende Trockenheit, glaubt Albert. Die Gewässer bei Almesbach oder auch die Schweinnaab seien schon komplett ausgetrocknet. Andere Weiher und Fließgewässer führten extrem wenig Wasser.

Auch der Fischaufstieg am Hammwegwehr sei so gut wie ausgetrocknet. "Wir hoffen auf einen baldmöglichen Wetterumschwung." Der Vorsitzende weiter: "Wir haben Glück, dass wir die Biber haben." Mit ihren Dammbauten stauten sie Wasser an. Albert erklärt: "Auf diese Weise werden Tümpel geschaffen, in denen Fische überleben können."

Sollten Hitze und Trockenheit anhalten, könne es nur kurzfristige Lösungen geben, sagt der Experte. "Das Zuführen von Frischwasser und Sauerstoff ist nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn du kein Wasser hast, kannst du halt einfach nichts machen." Die Fischer hoffen jetzt auf einen kräftigen Landregen. Denn sollte Starkregen einsetzen, würde das Schlamm von den Feldern, aktuell auch große Mengen an Mais in die Gewässer schwemmen. "Und dann hätten wir erst recht Sauerstoffmangel."

Gehasst und geliebt: Die Fischer setzen ihre Hoffnung auf den Biber, wie hier im Flutkanal vor dem DJK-Gelände. Biberdämme stauen Tümpel an, in denen Fische auch bei Niedrigwasser überleben können.

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