15.07.2018 - 14:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Frauen haben mehr Geschick

Bei der Bundeswehr und bei der Polizei ist es gelungen. Frauen melden sich gerne für diese Berufe. Doch in den handwerklichen Berufen sind die Frauen nach wie vor die Ausnahme.

Stolz zeigen die Schülerinnen der Girls ´Day Akademie eine von ihnen selbst hergestellte Uhr
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Seit Jahrzehnten gibt es den Girls´ Day im April. Mädchen sollen an diesem Tag überzeugt werden, sich für einen technisch-handwerklichen Beruf zu entscheiden. Doch nur in den seltensten Fällen gelingt dies. Der Blick in die Statistik zeigt, dass Mädchen nach wie vor meistens Kauffrau, Verkäuferin oder medizinische Fachangestellte werden wollen. Mit der Girls´Day- Akademie haben der Verband bayrischer Metall- und Elektroarbeitgeber (bayme vbm) zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit einen neuen Versuch unternommen, mehr Frauen zur Wahl eines technisch-handwerklichen Berufs zu gewinnen. „Wir wollen den Mädchen eine Chance geben, soviel zu verdienen wie die Männer“ sagte Oliver Klein von der bayme-vbm-Geschäftsstelle Oberpfalz. Weil auch der Fachkräftemangel immer größer wird, seien Handwerk und Industrie dringend auf Frauen angewiesen, betont der Verbandsvertreter. Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit wurde deshalb vor drei Jahren eine Art ganzjähriger Girls´Day gegründet. Die Sophie-Scholl-Realschule hat sich schon drei Mal daran beteiligt. Die dritte Gruppe aus Klassen 7 und 8 wurde jetzt in einer Feierstunde in den Räumen des bfz-Standorts Weiden verabschiedet. Alle Beteiligten des Projekts waren zusammen gekommen um den 12 Mädchen ihr Teilnahmezertifikat zu überreichen. Susanne Genser, Schulleiterin der Sophie-Scholl-Realschule in Weiden lobte das einjährige Programm und sagte „Der Versuch, Mädchen einmal über den Tellerrand hinaus schauen zu lassen, hat sich bewährt“. Berufsinformation erfolgt bei der Girls´Day Akademie nicht nur punktuell in einem Praktikum oder einer Informationsveranstaltung. Viele Stationen würden absolviert werden. Berufsberaterin Martina Bieber von der Agentur für Arbeit in Weiden schloss sich dem Lob der Schulleiterin an und meinte „in der Realität die Berufe kennen zu lernen sei das beste“. Mädchen würden leider häufig bei der Berufswahl „unterhalb ihrer Möglichkeiten bleiben“. Für Horst Eismann von Hueck Folien GmbH & Co KG „arbeiten Frauen genauer und sauberer“. Seiner Beobachtung nach verbessert sich das Betriebsklima „wenn Frauen dabei sind“. Hueck-Folien war eine der Stationen, die im 120-stündigen Jahresprogramm absolviert wurde. Praktische handwerkliche Arbeit erfolgte in den Werkstätten des bfz und der Handwerkskammer in Weiden. Zu den Programmpunkten gehörten auch das Selbstverteidigungstraining Krav Maga sowie der Besuch von Medizintechnikräumen der OTH in Weiden, der Universität in Regensburg und ein Bewerbungstraining. Den Ablauf des freiwillig absolvierten unterrichtsergänzenden Jahresprogramms stellte bei der Abschlussfeier Projektbetreuerin Anne Keté-Ebatina vor. Sie erwähnte auch, dass zusammen mit der Sophie-Scholl-Realschule in der Oberpfalz nur Schulen in Amberg und Nabburg sich an diesem Programm beteiligt hätten. Im kommenden Schuljahr wird das Programm fortgesetzt.

Abschluss der Girls´Day Akademie 2018 mit allen Beteiligten

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