Pfarrer Richard Haas entführte die Frauen ins 19. Jahrhundert. Wer jedoch Leichen erwartete, wurde enttäuscht. Mit launigen Worten erzählte Pfarrer Haas die Geschichte von Konstantin von Tischendorf. Lobegott Friedrich Konstantin von Tischendorf war ein deutscher, evangelischer Theologe. Er entdeckte 1844 den Codex Sinaiticus, die älteste vollständig erhaltene Handschrift des Neuen Testaments. Der Wissenschaftler aus dem Vogtland war auf der Suche nach einem Schatz, den ältesten Handschriften der Bibel. Er machte sich auf den Weg zur Sinai-Halbinsel, wo 350 nach Christus das Kloster St. Katharinen am Fuß des Mosesberges gebaut worden war. In einem Papierkorb fand er 129 Pergamentblätter; 43 durfte er mit nach Leipzig nehmen. Zehn Jahre später begab er sich zum zweiten Mal ins Kloster. Keines der restlichen Blätter war mehr zu finden. Konstantin Tischendorf gab nicht auf und reiste ein drittes Mal, 1859, zum Sinai. Ein junger Hausmeister im Kloster legte ihm die fehlenden Blätter vor. Das kostbare Manuskript wurde ins Mutterkloster nach Kairo gebracht und der Wissenschaftler durfte täglich acht Blätter abschreiben. Als er fertig war, wollte er den ganzen Codex dem Zaren zukommenlassen. Tischendorf hatte die älteste vollständige Quelle für das Neue Testament gefunden. Als Dank verlieh ihm der Zar den Adelstitel. Von Tischendorf starb 1874 in Leipzig.
Weiden in der Oberpfalz
23.05.2019 - 11:56 Uhr
Frauen sind "Krimi im Kloster" auf der Spur
von Reinhard Kreuzer
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