22.02.2019 - 13:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Frauen und Technik, das passt doch

Der Fachkräftemangel bremst schon längst die wirtschaftliche Entwicklung. Helfen könnte, wenn mehr Frauen bereit wären, technische Berufe zu ergreifen. Der Girls´ Day 2019 will dies unterstützen.

Längst hat die Computertechnik auch im Kfz-Handwerk Eingang gefunden, erklärt KfZ-Meisterin Tanja Sauer ihrer Auszubildenden Lucia Hausner. (Erste und Zweite von rechts). Mit dabei auch Firmenchef Josef Häusler im Hintergrund zusammen mit den Vertreterinnen des Bündnisses für Familie.
von Siegfried BühnerProfil

Am Donnerstag den 28. März wird der Girls`Day 2019 stattfinden. Schülerinnen, die vor der Berufswahl stehen, können in mehr als 40 Betrieben gewerblich-technische Berufe kennenlernen. Gut 300 Schnupperplätze wurden dafür eingerichtet. „Wir wollen auch in diesem Jahr zeigen, dass es bei der Berufswahl auch für Mädchen neben den traditionellen Frauenberufen noch viele Alternativen gibt“, sagt Karin Hartung, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Weiden. Mit einem eindrucksvollen Beispiel sollte dies bei der Vorstellung des Girls´ Day 2019 bewiesen werden.

Im Autohaus Häusler in Luhe-Wildenau arbeitet Kfz-Meisterin Tanja Sauer und bildet derzeit Lucia Hausner als Kfz-Mechatronikerin aus. „Dies ist eine geradezu ideale Konstellation um zu zeigen, dass Mädchen und Frauen für gewerblich-technischen Berufe sehr gut geeignet sind“, kommentiert Monika Langner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden, diese aus ihrer Sicht leider noch viel zu seltene Konstellation.

„Ein Kfz-Beruf kann von Frauen genauso gut ausgeübt werden wie von Männern“, sagt Kfz-Meisterin Sauer. Wenn wirklich einmal besonders viel Kraft erforderlich sei, gäbe es dafür längst maschinelle oder andere Hilfen. „Ich habe meine Berufswahl nie bereut“, stellt Sauer fest. Das einzige worauf man verzichten müsse, seien lange Fingernägel. Nach einer Erstausbildung als Chemielaborantin hätte sie erst im zweiten Anlauf die passendere Alternative gefunden. Kunden würden es außerdem schätzen und respektieren, in einer Autowerkstatt es mit einer Frau zu tun bekommen.

„Ich will doch nicht in einem Büro sitzen“, sagt Auszubildende Hausner. Sie hat die Wirtschaftsschule absolviert, ist jetzt im zweiten Lehrjahr und wurde nach einem Praktikum im Autohaus Häusler sofort eingestellt. „Ich habe gemeinsam mit meinem Bruder schon immer lieber mit Autos gespielt als mit Puppen“, begründet die Auszubildende ihre Berufswahl. Begeistert von seinen Mitarbeiterinnen ist auch Geschäftsführer Josef Häusler. Für ihn ist es längst eine Selbstverständlichkeit, Frauen im Kfz-Handwerk zu beschäftigen. Und er betont auch, dass Frauen im Kfz-Beruf ein „ordentliches Geld verdienen“. Oft deutlich mehr als in den typischen Frauenberufen, stellen die Organisatorinnen des Girls´ Days übereinstimmend fest. Und sie appellieren auch an die Eltern, die Wahl eines gewerblich-technischen Berufes bei ihren Kindern zu unterstützen.

Um möglichst viele Schulabsolventinnen von den guten Chancen in einem gewerblich-technischen Beruf zu überzeugen, haben die Kolleginnen vom Bündnis für Familie von Jobcenter Weiden-Neustadt, Stadt Weiden und den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth für den 28. März wieder ein attraktives Berufsorientierungsangebot zusammengestellt. Noch seien einige Plätze frei, doch nicht mehr in allen Unternehmen. Deshalb sei eine rasche Anmeldung auf der Internetseite www.girls-day.de angebracht. In dem dort aufgeführten „Girls´ Day Radar“ kann nach regionalen, beruflichen und betrieblichen ausgewählt werden. Freie Plätze werden für jedes beteiligte Unternehmen angezeigt. Auch wer Beratung braucht, kann dort direkt Hilfe anfordern.

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