20.12.2018 - 13:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Freiwilligendienst in Partnerstadt geht weiter

Der Austausch junger Menschen zwischen den Partnerstädte Issy in Frankreich und Weiden soll nach der ersten Projektphase weitergehen. Ab dem Sommer mischt aber auch noch eine weitere Stadt beim Freiwilligendienst mit.

Philipp Franz (Zweiter von links), arbeitet gerade ein Jahr in Issy. Der Delegation berichtet er von seinen Erfahrungen. Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Clémence Ulm und Alain Levy (von rechts) hören zu.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Seit gut drei Monaten arbeitet der Weidener Philipp Franz im Rathaus von Issy-les-Moulineaux. Genauso lange ist Clémence Ulm aus Issy in Weiden und unterstützt die Mitarbeiter im Kulturamt der Stadt und des Arbeitskreises Asyl. Beiden gefällt das Leben und die Arbeit im Nachbarland. Beim Treffen der Partnerstädte in Issy ging es auch darum, ob der Austausch junger Leute zwischen den Partnerstädten im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes nach August 2019 weitergeführt werden soll.

"Issy würde gerne weitermachen und die Partnerschaft bestärken", sagt Morgane Millon von der Abteilung für Internationale Beziehungen. "Ich war vom Projekt von Anfang an begeistert", gestand Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Er sei dafür, am Eurpäischen Freiwilligendienst festzuhalten.

Bei einer Konferenz berichteten Ulm und Franz von ihren Erfahrungen. "Nach drei Monaten in Issy habe ich einen Eindruck davon bekommen, was in Issy passiert", sagte Franz. Der 24-Jährige ist für Städtepartnerschaften und die sozialen Netzwerke zuständig. An einer Schule und in einem Jugendzentrum hilft er Schülern beim Deutschlernen und gibt einen Kurs für Konversation. "Es war wirklich eine gute Idee, mich zu bewerben", sagte Franz, der in Regensburg Französisch und Spanisch auf Lehramt studiert. "Auch wenn der Wechsel und die Umgewöhnung von der Kleinstadt Weiden in die Weltstadt in der ersten Zeit ein bisschen kompliziert war, fühle ich mich mittlerweile in Issy und Paris heimisch." Clémence Ulm geht es ähnlich. Auch sie berichtet von ihrer Arbeit. Die 19-Jährige Isséenne lebt in einer Wohngemeinschaft in Almesbach. An der Volkshochschule, wo sie einen Deutschkurs besucht, hat sie Freunde gefunden. Auch mit den Deutschen kommt Clémence gut zurecht: "Sie sind wie Franzosen, die Weidener", sagte Dr. Sebastian Schott vom Stadtarchiv. Er betreut Clémence in Weiden mit Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz. "Wir können nicht annähernd das kulturelle Programm wie in Paris bieten." Aber jemand, der sich für das Jahr in Weiden bewerbe, wolle die kulturelle Vielfalt gar nicht, meinte Dr. Schott. Ein Wohnheim wie das der Landwirtsschaftsschule in Almesbach, das sei etwas, das man in Paris ganz sicher nicht finde, berichtet er schmunzelnd.

Nach dem Start des Projekts zwischen Weiden und Issy soll 2019 auch Macerata mit eingebunden werden. "Wir sind bereit, junge Menschen von unseren Freunden aufzunehmen", sagte Maceratas Bürgermeister Romano Carancini. Ab September 2019 werden zwei junge Weidener ein Jahr lang in Issy und Macerata leben und arbeiten. Weiden nimmt dafür je einen Freiwilligen aus Issy und Macerata auf. Carancini: "Mehr als früher braucht es junge Menschen, die diese Erfahrung machen."

Zum Bericht über den Besuch der Weidener Delegation in Issy

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