06.09.2018 - 16:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Freund oder Feind?

Oft wird über Radfahrer geschimpft: alle rücksichtslose Raser, die sich nicht weiter an Verkehrsregeln halten würden. Und tatsächlich gibt es solche "Rüpel", sagt der Sprecher der Polizei Weiden. Die bildeten aber die absolute Ausnahme.

In der Fußgängerzone ist das Radfahren erlaubt - in Schrittgeschwindigkeit und mit Vorrang für Fußgänger. Manchmal führt das zu Konflikten
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Zum Stadtbild gehört er klar dazu: der Radfahrer. Man trifft ihn auf Radwegen, im Stadtpark und in der Fußgängerzone. Für viele Städter gehört das Radfahren wie selbstverständlich zum Alltag, andere wiederum ärgern sich darüber. Ist Weiden eine fahrradfreundliche Stadt? Oder gilt der Radler als rasendes Ärgernis?

Die Stadt erklärt in einer Pressemeldung, sie arbeite laufend daran, die Straßen für Radfahrer attraktiver zu gestalten. Sie strebe etwa "ein flächendeckend geschlossenes Radverkehrsnetz" an, das es den Radfahrern ermöglicht, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Der zentrale Ansatz sei dabei "die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen". Die seien aber noch nicht von allen akzeptiert, betont Polizeihauptmeister Johann Wurm. Weiden befinde sich zwar "auf einem guten Weg", als fahrradfreundlich wolle er die Stadt aber "eher nicht" bezeichnen. Dazu sei das Netz auch noch zu lückenhaft.

Neben der Suche nach Abkürzungen sei es deshalb häufig auch die Angst vor Unfällen, die Radfahrer dazu brächten, auf Gehwege auszuweichen - obwohl statistisch gesehen "auf der Straße im fließenden Verkehr" die wenigsten Unfälle passierten. 2017 gab es 70 Unfälle mit Radfahrern, davon drei mit Pedelecs und E-Bikes. Klassische E-Bikes mit einer Tretunterstützung bis zu 25 Stundenkilometern werden in der Straßenverkehrsordnung wie normale Fahrräder betrachtet. Gehe die Tretunterstützung über die 25-Stundenkilometer-Marke hinaus, gelten sie als Kraftfahrzeuge.

Die Fußgängerzone ist für Radfahrer freigegeben, solange sie rücksichtsvoll und langsam fahren. Das vermeintliche Problem mit rasenden Radlern sei aber eher ein "gefühltes Problem", das durch "einige Wenige" verursacht werde, die "riesenslalommäßig und in einem Affenzahn" an Passanten vorbeirasten, sagt Wurm. "Die breite Masse ist vernünftig." Unfälle ereigneten sich in der Fußgängerzone praktisch keine.

Ein großes Problem sei hingegen die Handynutzung im öffentlichen Raum. Täglich sehe der Polizist Radfahrer, die "freihändig fahrend ins Handy vertieft" seien und dadurch ihre Umwelt nicht aufmerksam wahrnehmen. Das gelte aber genauso für Fußgänger und Autofahrer. Wer mit dem Handy oder Smartphone am Steuer erwischt wird, zahlt übrigens 55 Euro Strafe.

Ist Weiden fahrradfreundlich? Das sei oft eine Frage der Perspektive, betont Wurm: Fußgänger schimpften über Radler, Radfahrer über Autofahrer und so weiter. "Alle müssen Rücksicht nehmen", betont die Weidenerin Helge Ludwig, die täglich mit dem Rad durch die Fußgängerzone fährt. "Auch Fußgänger." Dann könne eigentlich auch nichts passieren.

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