„Der Neumeier“ in der Postgasse war über viele Jahrzehnte eine Institution und schrieb schon Anfang des vorigen Jahrhunderts Geschichte. Bis 2001, als das Unternehmen geschlossen wurde, führte Irmgard Schott über 40 Jahre lang die Geschäfte in dem Traditionsunternehmen für Haushalts- und Spielwaren. Die gelernte Einzelhandelskauffrau war mit viel Herzblut bei der Sache und wurde in den letzten Jahren bis zur Schließung von ihrem Sohn Florian unterstützt.
Dass in der Postgasse einstmals auch Pferde untergestellt waren, macht die Historie des „Neumeier-Anwesens“ nicht weniger spannend. Den Grundstock legte damals Irmgard Schotts Ur-Großvater Adam Neumeier. Der gelernte Metzger hatte ein Geschäft in der Prinz-Ludwig-Straße und gründete um 1900 eine Brauerei in der Postgasse. Daher auch die Stallungen für die Brauereipferde.
Um 1921 packten Schotts Großvater Emmeram und ein Großonkel ein neues Projekt an. Sie gründeten einen Eisenwarenhandel der Gebr. Neumeier in der Postgasse. Auch Haushaltswaren soll es damals schon gegeben haben. Ende der 1960er Jahre übernahm schließlich Irmgard Schott, mittlerweile mit einem Rechtsanwalt verheiratet, den Laden von ihrer Mutter und baute ihn weiter aus. In den 70er Jahren entstand ein Neubau.
Die Ära der Gebr. Neumeier in der Postgasse endete mit der Schließung des Geschäftes im Dezember 2001. Walter Winkler aus Parkstein erwarb das Grundstück und führte es einer neuen Nutzung zu.
Fast ihr gesamtes Arbeitsleben verbrachte Irmgard Schott im Unternehmen, zog drei Kinder groß und fand privat vor allem Ausgleich in der Musik. „Sie liebte Bach und Reger“, sagt Sohn Sebastian Schott. Über drei Jahrzehnte spielte sie die Orgel in der Auferstehungskirche in Pirk, besuchte noch vor drei Wochen ein Orgelkonzert. Bereits mit 17 Jahren hatte die Weidenerin mit dem Musizieren in der Josefskirche angefangen. Bis zuletzt lebte die noch recht rüstige Seniorin alleine in ihrem Haus in der Waterloostraße, umsorgt von Tochter Barbara. Freude bereiteten Irmgard Schott zeitlebens auch ihr Garten und ihre Enkelin.
Am vergangenen Donnerstag verstarb Irmgard Schott mit 92 Jahren. Der Trauergottesdienst findet am Donnerstag, 30. Juni, um 9 Uhr in der Kirche St. Josef statt, anschließend Beerdigung im Stadtfriedhof.













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