28.04.2020 - 12:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Frühlingsfest Weiden auf CD statt im Bierzelt

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Ohne Frühlingsfest kann Heiner Nachtmann nicht sein. Der Braumeister aus Weiden kreiert eine CD mit Bierzelthits. Darauf sorgen regionale Musiker für Stimmung.

Die Krüge hoch: Heiner Nachtmann will Frühlingsfeststimmung via CD vermitteln.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Ob das Frühlingsfest mal komplett ausfiel, daran kann sich Heiner Nachtmann nicht erinnern. Jahrzehnte musizierte er im Festzelt mit der Stadtkapelle. Dass es heuer so gar kein Prosit der Gemütlichkeit geben soll, fällt ihm schwer. Doch in Nachtmanns Fall macht die Coronakrise auch erfinderisch. Der Gambrinus-Brauer hatte die Idee zu einer CD mit Frühlingsfest-Musik. In drei Wochen wurde sie Realität, erzählt er im Interview.

ONETZ: Herr Nachtmann, Bierzelthits aus Weiden, gab’s das schon mal? Wie sind Sie darauf gekommen?

Heiner Nachtmann: Ob so etwas schon mal da war, weiß ich nicht. Die Idee dazu ist mir um den 1. April herum zu Hause gekommen. Da war das Frühlingsfest noch nicht offiziell abgesagt, doch es stand schon zu befürchten. Wir hatten aber schon unser Festbier gelagert. Ich wollte nicht, dass die Tradition so sang- und klanglos an Weiden vorübergeht. Ich hab dazu so viele emotionale Momente und die vielen Besucher vor Augen. Deshalb hab ich mir gedacht, dass zu unserem Bier ganz gut eine CD passen würde für das Frühlingsfest daheim. Sie heißt auch so – „Stimmung für daham“. Unser Geschäftsführer Steffen Hartmann hat gleich gesagt: Das machen wir.

ONETZ: Und das hat so schnell geklappt?

Ja, weil alle unkompliziert waren. Zum Beispiel die Gema, die waren freundlich und haben sehr schnell die Rechte erteilt. Die Werbeagentur für das Cover, die Stadtkapelle – alle haben gleich an einem Strang gezogen.

ONETZ: Wer und was ist denn auf der CD zu hören?

Vor allem die Original Weidener Musikanten mit vier Blasmusikstücken wie „In der Weinschenke“ und „Auf der Vogelwiese“, aber auch ganz bekannte Stimmungshits wie „Cordula Grün“, „Sierra Madre del Sur“ oder Live-Versionen wie „Wahnsinn“ von Wolfgang Petri und Bryan Adams’ „Summer of 69“. Insgesamt sind es 34 Minuten und 10 Titel.

ONETZ: Was haben Sie sich das kosten lassen in der Brauerei?

Reden wir nicht über Geld. Diese 1000 Stück ist uns Weiden wert. Es ist eine Gratis-CD für unsere treuen Kunden, deshalb kommt sie auch nicht in den Verkauf.

ONETZ: Am 30. April würde das Frühlingsfest eröffnen. Was werden Sie an diesem Abend tun?

Ich weiß nur, was ich mir wünschen würde. Es wäre doch schön, wenn sich die Weidener an ihr Fest erinnern würden und – sagen wir um 18 Uhr, dem Zeitpunkt des Bieranstichs, – von Balkon zu Balkon oder über Gartenzäune hinweg sich zuprosten und gemeinsam zum Beispiel „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ oder „Der Durscht bringt mi um“ anstimmen würden.

ONETZ: Studien besagen, dass wegen Corona viele Brauereien in Schwierigkeiten kommen. Wie sieht das bei Gambrinus aus?

Ich hoffe, dass die Leute sich daran erinnern, dass mit heimischem Bier auch die Steuerkraft in der Region bleibt. Große Brauereien gehen zurzeit mit Kampfpreisen auf den Markt. Die Konzerne, die dahinterstehen, können eben billiger Rohstoffe einkaufen. Was uns wehtut, ist die Absage der vielen Feste in der Region. Das ist nur schwer aufzufangen.

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