13.03.2019 - 12:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Für 13 Einbrüche ins Gefängnis

Zwischen Weiden und Vilseck brach ein 33-jähriger Mann vor allem in Gaststätten und Vereinsheime ein, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Das Schöffengericht Weiden sprach jetzt das Urteil.

Für 13 Einbrüche in Stadt und Landkreis muss ein 33-jähriger Drogenabhängiger jetzt ins Gefängnis und zur Drogentherapie.
von Autor hczProfil

Mit einer Serie von Einbrüchen überzog ein 33-Jähriger im Sommer vergangenen Jahres zuerst eine Kleingartenanlage nahe der Königsberger Straße, dann das weitere Stadtgebiet Weidens und schließlich Sportheime, Gaststätten und einen Verbrauchermarkt in Freihung, Vilseck und Schlicht. Mitangeklagt vor dem Schöffengericht war am Dienstag ein 47-jähriger Bekannter des Mannes. Er hatte ihn die gestohlenen Sachen in seinem Keller unterstellen lassen und musste sich deshalb wegen Hehlerei verantworten.

Nachdem er von seiner Tante auf die Straße gesetzt worden war, sei er völlig abgestürzt, gestand der 33-jährige Mann. Er habe damals erstmals intravenös Crystal konsumiert, seine Freundin sei inhaftiert worden und er sei obdachlos gewesen. Er habe sich in den Schrebergärten nahe der Berufsschule eingenistet und daraus diverse Sachen, wie eine Autobatterie, ein Radio und ein Damenfahrrad, entwendet.

Am EC-Automaten bedient

Weiterhin gestand der Ledige einen Einbruch in einem Restaurant auf der Allee, wo er mehrere Smartphones und Laptops erbeutete. Fachgerecht habe er eine Glasscheibe an der Hinterseite des Klinikums ausgebaut, wo er ihm vier Handys und etwas Bargeld in die Hände gefallen sei. Bei einem Einbruch in ein Geschäftsgebäude am Weidingweg habe er neben Bargeld, einem Werkzeugkoffer und anderem eine EC-Karte samt zugehöriger PIN erbeutet. Mit dieser habe er am Geldautomaten einer Sparkassenfiliale 1000 Euro abgehoben. Ein zweiter Versuch durch seinen Bekannten sei gescheitert, da das Limit ausgeschöpft war.

Als der zuletzt arbeitslose Mann, der vorher diverse Arbeitsstellen bei Onkeln und Tanten gehabt hatte, schließlich nach Freihung in eine Abbruchhaus zog, brach er in eine Gaststätte in Freihung, ein Sportheim in Vilseck und eines in Schlicht ein, sowie in eine Pizzeria und einen Kiosk. Seine Beute: Geldbeutel, Handys, kleinere Geldsummen, ein Handtuchspender und acht Päckchen Gummibärchen. Nachdem er aus dem Lieferantenbereich eines Lebensmittelmarkts einen Fresskorb stahl, fasste ihn die Polizei beim Einbruch im Tennisheim Vilseck.

Dreieinhalb Jahre Haft

Das vollumfängliche Geständnis hielt ihm Staatsanwältin Franziska Paintner zugute. Erschwerend wirkten sich die vier Vorstrafen aus, die der Mann wegen Rauschiftdelikten, Erschleichen von Leistungen und Diebstahls auf dem Kerbholz hat. Die Anklagevertreterin forderte dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug und, wie Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder empfahl, die Unterbringung zur Drogentherapie. Der Mann sei hochgradig abhängig, habe schon drei Entwöhnungsbehandlungen hinter sich, aber eine 18-monatige Behandlung verspreche "hinreichende Erfolgsaussicht", so der Sachverständige. Für den Komplizen beantragte Paintner ein Jahr auf Bewährung.

Rechtsanwalt Professor Dr. Jan Bockemühl (Regensburg) legte dar, dass ein reines "Unterstellen-Lassen" nicht den Tatbestand der Hehlerei erfülle. Deshalb forderte der Verteidiger in diesem Punkt Freispruch. Für die Mitwirkung am Abhebeversuch würden eine Geldstrafe oder drei Monate auf Bewährung genügen. Rechtsanwalt Rouven Colbatz stellte die Sucht seines Mandanten in den Vordergrund. Es habe sich um reine Beschaffungskriminalität gehandelt. Colbatz plädierte auf drei Jahre plus die Unterbringung.

Richter Hubert Windisch und die Schöffen folgten hinsichtlich des 33-Jährigen dem Antrag Paintners. Der 47-jährige Bekannte kam mit drei Monaten auf Bewährung davon.

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