Ursachen von Erkrankungen des Beckenbodens können ebenso wie die damit verknüpften Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Umso wichtiger bei der Versorgung sei der enge Austausch der niedergelassenen Ärzte, der Fachärzte und der Klinik-Spezialisten, meinen die Kliniken Nordoberpalz AG und das Klinikum St. Marien in Amberg - und handeln.
Im Sinne der Patienten gaben sie nun den Startschuss für ein überregionales Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. "Profitieren sollen und werden die Patienten", sagte Professor Thomas Bschleipfer bei der thematisch wie fachlich hochkarätig besetzten Auftaktveranstaltung. Der Chefarzt der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie am Klinikum Weiden begrüßte mehr als 60 Kollegen in Weiden.
Das Spektrum der Fachvorträge umfasste im ersten Block die Diagnose Inkontinenz, wie es dazu kommen konnte und wie sie zu therapieren sei. Zum Beispiel mit Botox, das seine eher zweifelhafte Berühmtheit in der Faltentherapie alternder Filmsterne beiden Geschlechts erlangt habe. In der Urologie kann es jedoch ohne Gefahr größerer Nebenwirkungen und mit hervorragendem Erfolg zur Behandlung von therapieresistenter Dranginkontinenz eingesetzt wird, wusste Bschleipfer.
Im zweiten Teil stand die operative Versorgung von Dezensus, also Senkungszuständen, im Mittelpunkt. Mögliche Auslöser dieses Krankheitsbildes seien Schwangerschaft, Geburten, Bindegewebsschwäche, schwere körperliche Tätigkeit, chronische Verstopfung oder chronischer Husten. Über die Möglichkeiten und Vorteile der laparoskopischen, also minimal-invasiver Operationsmethoden bestand seitens der aufgerufenen Fachreferenten kein Zweifel.
Zur Darstellung der Vorteile einer neuen Operationsmethode hatte Bschleipfer mit Dr. Michael Anapolski aus Dormagen einen erfahrenen Operateur eingeladen. Standardtherapie und neue Herangehensweise wurden kritisch verglichen. Beide vorgestellten Operationsmethoden kommen zu hohen Erfolgsquoten von deutlich über 90 Prozent.
Das Motto der Veranstaltung lautete "Von Kollegen zu Kollegen" oder noch stärker: "Kooperation statt Konkurrenz". Davon würden die Patienten zukünftig vor allem dadurch profitieren, dass die Fälle umfangreich und aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln betrachtet werden können - und das möglicherweise sogar ortsunabhängig. "Beckenbodenkonferenzen, die beispielsweise auch als überregionale Videokonferenzen abgehalten werden können, bringen Erfahrung und Expertise unmittelbar zu den Patienten", blickt Bschleipfer in die Zukunft. Geplant seien Patientenveranstaltungen, ein gezieltes Kommunikationskonzept, um Innovationen zeitnah einem breiten Publikum zugängig zu machen, und natürlich auch viele weitere ärztliche Fortbildungen.













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