18.10.2019 - 11:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fußgängerbrücke über Tangente: "rausgeschmissenes Geld"

Hans Stock hält den Plan der Stadt, in FOS/BOS-Höhe über die Süd-Ost-Tangente eine Fußgängerbrücke Richtung Einkaufsmarkt zu schlagen für einen "Schmarrn". Für das Projekt seien im Haushaltsplan 150.000 Euro ausgewiesen.

Die Fußgängerampel von der FOS/BOS in Richtung Edeka-Markt sei völlig ausreichend, glaubt Hans Stock.
von Helmut KunzProfil

Für Stock rausgeschmissenes Geld. „Wir brauchen die Brücke nicht“, sagte er am Donnerstagabend bei der „Zuhörtour“ der Weidener CSU.

„Man braucht ja bloß die Leute fragen. Die sagen alle: Ist doch eine Ampel da. Man braucht nur rübergehen.“ Stock: „Ich habe gerade eine Frau beobachtet, die mühelos mit ihrem Kinderwagen bei Grün herübergekommen ist.“ Das Geld könne nützlicher angelegt werden. „In den Weidener Schulen zum Beispiel. Die Pestalozzischule braucht dringend Sanierungsmaßnahmen.“ Ein aufwendiger Fußgängerüberweg sei in Weiden-Ost nicht erforderlich.

OB-Kandidat Benjamin Zeitler notierte sich wieder zahlreiche Bürgeranliegen, von denen einige wohl in sein Wahlprogramm einfließen dürften. Eingeladen hatte die CSU Weiden-Ost unter Vorsitz von Hans Forster. Bei der Frage, ob man die Süd-Ost-Tangente weiterführen sollte, gab es gegenteilige Meinungen, je nachdem, wo der Betroffene wohnte. Hans Peter Eder aus Rothenstadt sprach sich für den Bau aus, „weil die Vohenstraußer Straße entlastet würde“.

Nach einem Ausbau seien weniger Leute vom Verkehrsaufkommen betroffen als jetzt, gab sich Eder überzeugt. Ein direkter Anwohner sah das anders. „Wäre völlig sinnlos.“ Warum? „Weil die Tangente von den Leuten gar nicht angenommen würde. Die würden weiterhin ihre alten Wege fahren.“ Die Pendler kämen verstärkt über die Leuchtenberger Straße rein.

Eine erweiterte Süd-Ost-Tangente würde seiner Meinung nach ohne weiteren Nutzen Natur vernichten und Flächen versiegeln. Alois Lukas aus Tröglersricht pflichtete dem bei. „Wenn ich jetzt bei einer Erweiterung der Tangente, den Verkehr oben am Butterhof verteile, fahren alle, die Richtung Kepler-Gymnasium wollen, über die Leuchtenberger Straße. Und der Verkehr in der Vohenstraußer Straße bleibt wie er war.“

Die Vohenstraußer Straße sei nach offiziellen Zählungen ohnehin die am geringsten frequentierte Ein- und Ausfallstraße der Stadt. „Jede andere wird doppelt so stark befahren.“ Der Weidener Osten wäre nach einer Erweiterung grundlos eingeschnürt in drei riesige Straßensysteme: Südosttangente, Vohenstraußer Straße und Leuchtenberger Straße. Letztere wäre dann am schlimmsten betroffen.

Jakob Sperrer thematisierte die geplante Stromtrasse im Weidener Osten. „Hier ist ein wunderbares Wandergebiet. Das Naturschutzgebiet wird komplett zerstört.“ Biotope trockneten aus. Die Trasse brauche es nicht „Da gibt es viele Berechnungen.“ Das Schlimme sei, dass die Bundesnetzagentur die Trassenführung zusammen mit Tennet geplant habe und den Streckenverlauf für alternativlos halte.

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