Gebote im Sekundentakt bei Versteigerung von Fundrädern in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
30.03.2023 - 11:56 Uhr

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Die Fundräder, die am Mittwoch im Jugendzentrum Weiden versteigert werden, gehen weg wie die warmen Semmeln. Die Drahtesel haben sich über Jahre im Fundbüro angesammelt.

Etwa 100 Besucher hoffen, bei der Versteigerung von Fundrädern im Jugendzentrum Weiden das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern. Vom Kinderfahrrad, über Jugendfahrräder bis hin zu Trekking-, Mountainbikes und Elektrorädern ist bei den 82 Drahteseln alles dabei. "Wir hätten noch weitere Räder im Rathaus. Die haben wir aber hier nicht mehr hereingebracht", sagt Thomas Plößl. Der Leiter des Fundbüros der Stadt Weiden führt nach dreijähriger coronabedingter Pause wieder durch die Auktion im JuZ und muss aufpassen, dass ihm kein Gebot durch die Lappen geht. Es geht Schlag auf Schlag. Die Preisspanne der versteigerten Räder reicht von zwei Euro bis zum Höchstgebot von 380 Euro.

Ein Mann aus Nabburg freut sich über sein für 40 Euro ersteigertes silberfarbenes Markenfahrrad: "Das bekommt meine Tochter, die fährt damit zur Arbeit." Er bleibt noch da um vielleicht noch das eine oder andere tolle Radl abzusahnen. Ganz gezielt geschaut hat ein Ehepaar aus einem kleinen Ort im Landkreis Neustadt. "Mein Radl ist kaputt gegangen und ließ sich nicht mehr reparieren. Das hier nutze ich für kurze Fahrten zum Einkaufen", sagt die stolze Besitzerin eines ersteigerten Damenfahrrads. Ihr Mann muss noch ein paar kleine Schönheitsreparaturen an dem Rad vornehmen und ein Schutzblech und das Licht erneuern. Bei den meisten Fundrädern kauft man eben den einen oder anderen Makel mit.

Kennerblick gefragt

"Da ist manchmal schon der Kennerblick gefragt", sagt ein junger Mann. Er sieht sich die Räder in aller Ruhe an, während andere mitten im Auktionsgeschehen bieten und steigern was das Zeug hält. Der Herr mit dem scharfen Blick weiß genau, worauf man achten muss, wenn man sich ein solches Rad zulegen möchte. "An so manchem begehrten Zweirad fehlt bei genauerem Hinsehen ein Teil", weiß er. So wie an dem hellgrünen MTB eines bekannten Markenherstellers, das sich Viele genauer ansehen. "Da fehlt ein entscheidendes Teil der Schaltung und das ist richtig teuer. Wenn man es für das ältere Modell überhaupt noch bekommt", sagt er. Ein anderes leuchtend blaues Damenfahrrad sei nie gefahren worden, habe einen Stahlrahmen und sei ein echter Schatz unter den ganzen Fundrädern. Der Fahrradkenner erklärt: "Die Griffe sind unbenutzt und es sieht auch sonst nagelneu aus. Der Besitzer hat es aber einmal umgedreht und mit dem Lenker auf den Boden gestellt, denn der Lack ist an den typischen Stellen abgewetzt." Außerdem seien die Schutzbleche rostfrei. Für 115 Euro geht das blaue Damenrad schließlich an seinen neuen Eigentümer.

Ohne Garantie

Ob man mit seinem neuen alten Rad zufrieden ist, zeigt sich sicherlich erst dann, wenn man es benutzt. Die Stadt gibt aber keine Garantie und wer kauft, hat auch kein Rückgaberecht. Wer bei der Versteigerung der Fundräder im Jugendzentrum Weiden nicht zum Zuge gekommen ist, hat bei der nächsten Auktion in einem Jahr wieder eine Chance.

Mit dem Erlös der Fundrad-Versteigerung ist Fundamt-Chef Thomas Plößl sehr zufrieden: "Wir haben über 4000 Euro eingenommen. Es sind alle Räder weggegangen." Die Summe bleibt aber nicht in der Stadtkasse, sondern kommt einem sozialen Zweck zugute.

Hintergrund:

Verloren oder gefunden - Das ist zu tun

  • Jeder, der einen Wertgegenstand im Wert von über 10 Euro findet, ist verpflichtet, diesen Fund unverzüglich anzuzeigen.
  • Zuständig für die Entgegennahme der Anzeige eines Fundes ist grundsätzlich das Fundbüro der Gemeinde des Fundortes oder auch jede Polizeidienststelle.
  • Der Finder hat Anspruch auf einen Finderlohn (5% des Sachwertes bei Gegenständen).
  • Das Fundbüro hält die Sachen ein halbes Jahr zur Abholung bereit. Wenn sich der Verlierer nicht meldet, erwirbt der Finder das Eigentumsrecht.
  • Verzichtet der Finder, dann wird der Gegenstand versteigert oder wohltätigen Zwecken zugeführt.
  • Quelle: www.weiden.de
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