01.04.2020 - 12:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gemeinsam gegen Rassismus mit Integrationsprojekt

"Kein Rassismus und Antisemitismus bei uns": So heißt ein neues Integrationsprojekt in Weiden. Die Gesellschaft soll mit Vorurteilen konfrontiert werden. Wie genau er sich das vorstellt, erzählt Projektleiter Paul Zitzmann.

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenbringen - das wünscht sich Paul Zitzmann, Projektleiter von Karabu.
von Julia BendzinskiProfil

Als das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Frühjahr vergangenen Jahres ein neues Integrationsprojekt ausschrieb, stellten sich Paul Zitzmann und seine Kollegen die Frage, wie sich das in Weiden umsetzen lässt. Die Antwort lautet "Karabu": "Kein Rassismus und Antisemitismus bei uns". Das Integrationsprojekt wurde Anfang 2020 von "Arbeit und Leben in Bayern" ins Leben gerufen. "Mit diesem Projekt wollen wir soziale Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund knüpfen und fördern", erklärt Projektleiter Paul Zitzmann.

Unterschiedliche Herkunftsländer

Um das zu erreichen, organisieren er und seine Kollegen mehrere Treffen, und führen so Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern zusammen. "Die meisten Flüchtlinge, die teilnehmen, kommen aus Syrien", sagt Zitzmann. Aber auch Menschen ohne Migrationshintergrund sowie mit Migrationshintergrund, die schon längere Zeit in Deutschland leben, sind vertreten. Als Beispiele für Herkunftsländer nennt er die Ukraine, Türkei und Russland. "Das spiegelt auch ein bisschen die gesellschaftliche Lage in Weiden wider", sagt der Projektleiter.

Nachdem Zitzmann und sein Team Kontakt zur Zielgruppe aufgenommen hatten, fanden bereits die ersten Treffen statt. "Dazu gehören eine Foto- und Mediengruppe, ein Kochtreff, verschiedene Wanderungen sowie mehrere Vorträge und Diskussionsrunden", zählt Zitzmann auf. Aufgrund der aktuellen Coronakrise müssen diese jedoch erstmal pausieren. Auch die geplanten Veranstaltungen der "Wochen gegen Rassismus", wie zum Beispiel ein Vortrag der Moscheegemeinde Weiden, entfallen, werden aber nachgeholt.

"Gerade eben profitieren wir vor allem von unserem letzten Integrationsprojekt, der Familienakademie", erklärt Zitzmann. Dieses geht jedoch kommenden Juni zu Ende. Auch Karabu ist vorerst nur bis Dezember 2022 angesetzt. "So lange fördert uns das BAMF finanziell", sagt der Projektleiter. Was aber nicht bedeutet, dass danach sicher Schluss ist. Zitzmann schließt es zumindest nicht aus, das Projekt mit ihrem Kooperationspartner "Naturfreunde Weiden" auch nach der Frist weiterzuführen.

Öffentlichkeit erreichen

"Mein Wunsch ist es, dass Menschen mit verschiedener Religion, Herkunft und Alter an unserem Projekt teilnehmen", sagt Zitzmann. Das Treffen ist "völlig offen für alle". Wer möchte, kann jederzeit einsteigen. Und noch etwas liegt Zitzmann am Herzen: "Wir wollen mit dem Projekt die Öffentlichkeit erreichen, die Gesellschaft mit Vorurteilen konfrontieren und ihr Werte und Normen des Zusammenlebens vermitteln."

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