19.07.2019 - 16:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Geodäten werden nicht arbeitslos

In den Köpfen der Menschen sind die Begriffe Vermessung und Flurbereinigung noch tief verankert. Geodäten kümmern sich um beides, machen aber heutzutage viel mehr.

Diese Drohne vermisst ganze Täler, sagen die Veranstalter des bayernweiten zentralen Aktionstags Geodäsie in Weiden. Mit dabei Amtsleiter Hermann Prölß vom Amt für Digitalisierung Breitband und Vermessung in Weiden (Vierter von links) und die OTH-Vertreter Professor Ralf Drescher und Wolfgang Weber (Fünfter und Sechster von links).
von Siegfried BühnerProfil

Geodäten zählen zu den am stärksten nachgefragten Berufen, sagte OTH-Professor Ralf Drescher. Deshalb bildet die Hochschule seit dem vergangenen Wintersemester den Bachelor-Studiengang Geoinformatik und Landmanagement an. Das Interesse daran ist sehr groß, 40 Studenten zählte das erste Semester. Laut Drescher liegen bereits heute ähnlich viele Anmeldungen für das kommende Wintersemester vor.

Um das Berufsbild Geodäsie und seine Anwendungsbereiche noch bekannter zu machen, haben das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE) gemeinsam mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu einem Aktionstag eingeladen. Es ist die bayernweite Zentralveranstaltung im Rahmen der bayrischen Woche der Geodäsie.

Der Aktionstag will für die Geodäsie bei Schülern der Vorabschlussklassen, aber auch in der allgemeinen Bevölkerung werben. Dass dies gut gelungen ist, zeigt der rege Besuch an den Informationsständen am Unteren Markt in Weiden. Bereits in der ersten Stunde konnten die Veranstalter weit mehr als einhundert Interessenten zählen. Vorgeführt wurde modernste digitale Technik, die in der Geodäsie zum Einsatz kommt, darunter eine Drohne, GPS-Systeme, 3D-Brillen und Tachymeter. Mit einem interaktiven Geo-Quiz wurden die Besucher zum Rundgang durch die Ausstellungsstände geführt. Dabei war zu entdecken, dass man der Geodäsie im Alltag fast überall begegnet. „Ohne Geodäsie gäbe es keine analogen und digitalen Landkarten, keine Navigationssysteme, keine 3D-Stadtmodelle und keine Grundstücksgrenzen“, sagten die Veranstalter. In den Ausstellungsständen informierten sie auch, dass Geodäten die Erde und das Weltall erkunden, Tsunamis und Erdbeben voraussagen und den Kommunen helfen, Dörfer und Flure neu zu gestalten. Sie messen sogar die Verformung von Fahrzeugen bei Crashtests. Erst zuletzt wurde mittels einer Drohne das sogenannte Tal des Todes in der Gedenkstätte Flossenbürg vermessen. Mitveranstalter des Aktionstages waren neben der OTH auch die DVW Bayern (Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement), das Bayern-Lab Nabburg sowie die Ingenieurbüros Schmechtig aus Ergoldsbach und Galileo IP aus Altenstadt/WN.

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