21.11.2018 - 10:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gerühmt als ehrbarer Mann und Wohltäter

Hans Klopfer macht in Weiden und Amberg sein Glück. In der Martinskirche der Vilsstadt zeugt eine Gedenktafel aus dem 15. Jahrhundert von dem angesehenen Bürger.

In der Amberger Martinskirche ist die Grabplatte des hochgeschätzten Amberger Bürgers Hans Klopfer zu sehen, der aus Weiden stammte.

An der Nordseite der Martinskirche in Amberg ist in Augenhöhe ein Grabstein eines in Weiden gebürtigen Lehrers zu entdecken. Sein Name: Hans Klopfer, verstorben 1473. Die Inschrift berichtetet: "der. Erberg (ehrbare) man. Hans. Klopffer. Purger (Bürger) tzu. (zu) amberg. am. suntag. Jubilate. starb".

Im Archiv der Stadt sind einige Unterlagen über ihn zu finden: Hans Klopfer wurde 1410 in Weiden/Oberpfalz als Sohn eines Goldschmiedes geboren. Weiden war in dieser Zeit von Kriegswirren betroffen, Verpfändungen der Pfalzgrafen auf dem Parkstein boten für den Beruf eines Goldschmiedes keine Perspektive. Ein Grund, warum der junge Hans nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat und sich für den Lehrerberuf entschied.

Gute Mitgift

Scheinbar wurde er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen gut bezahlt, seine Einkünfte reichten für den Lebensunterhalt einer Familie. Schulmeister Klopfer heiratete eine Frau, die eine gute Mitgift in die Ehe einbrachte. Als diese starb, hinterließ sie ihm ein Vermögen von 700 Gulden. Aus weiteren Unterlagen ist zu erkennen, dass er sich damit eine neue Existenz aufbaute und in der Stadt Weiden, in der es sich nun sicherer lebte, einen Eisenhandel betrieb. Zu weiterem Reichtum kam er durch eine Wiederverheiratung mit der Witwe Elisabeth Markhart, deren Vater Hans Unrue sowohl Metzger als auch Ofensetzer war. Dieser starb im Jahre 1421 bei der Verteidigung Weidens. Tochter Elisabeth machte ein reichliches Erbe.

Geschäftstüchtig, wie Klopfer war, sah er in der kurpfälzischen Residenzstadt Amberg eine bessere Existenz, um sein Vermögen zu vermehren. So bewarben sich 1444 die Klopfers um das Amberger Bürgerrecht. So wie sich heute eine Stadt über einen betuchten Existenzgründer freut, hießen ihn auch damals der Bürgermeister und der Rat der Stadt Amberg herzlich willkommen.

Der Standortfaktor "Wasserweg" war genau das, was Klopfer voranbrachte. Nur Amberger Bürgern war es erlaubt, den günstigen Wasserweg auf Vils, Naab und Donau zollfrei mit ihren Eisen- und Salzfrachten zu benutzen. Klopfer investierte in den Bergbau. Sein Ansehen wuchs enorm und sein Vermögen vermehrte sich immens.

Eigene Kapelle

Seine soziale Einstellung, die er durch Geldspenden und wohltätigen Zuwendungen zeigte, führten zum Privileg, dass die Familie eine eigene Kapelle in der Martinskirche erhielt. Eine weitere Auszeichnung war die gemeinsame Verwaltung des Amberger Bürgerspitals mit Hans Bachmann, dem Stifter des Franziskanerklosters. Auch die Eroberung Ambergs und das anschließende Strafgericht Friedrichs I. hatten 1452 für Hans Klopfer keine nennenswerten Nachteile. 

Zusammen mit weiteren wohlhabenden und angesehenen Bürgern aus Amberg spendete Klopfer für den Bau der St.-Martins-Kirche. Hinzu kamen weitere großzügige Spenden und Stiftungen: 1457 eine "ewige Messe" zu Ehren des heiligen Wolfgangs. Gelesen wurde diese auf dem Nikolaus-Altar in der Klopferkapelle. Der Amberger Stadtkammer überließ er 400 Gulden auf ewige Zeit, 20 Gulden daraus musste die Stadt dem Messkaplan in ihrer Kapelle jährlich abtreten. Das alles sicherte ihm auch seinen Begräbnisplatz und ein eigenes Wappen.

Hochgeschätzt

Aus weltlicher Sicht gesehen, war der gebürtige Weidener "ein hochgeschätzter Amberger Bürger". Er übernahm immer wieder Vormundschaften und verwaltete gewissenhaft das Vermögen seiner Mündel. Er verweigerte sich nicht, Bürgschaften zu übernehmen und übergab ein Darlehen mit der hohen Summe von 900 Gulden an seinen Herrn, den Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz Heidelberg-Amberg. Bei allem Erfolg und aller Wertschätzung bedrückte das Ehepaar Klopfer die Tatsache, keine Nachkommen zu haben. Um ihr Erbe und ihren Namen zu sichern, gründeten sie 1471 eine großzügige Stiftung.

Die Verwaltung wurde in die Hände der Stadt Amberg gelegt, verbunden mit vier Auflagen. So sollte das Studium an einer Universität für zwei Amberger Bürgerssöhne armer Eltern und die Aussteuer einer armen Bürgerstochter von 10 Gulden als Heiratsgut und Haussteuer übernommen werden. Hans Klopfer starb zwei Jahre nach der Einrichtung der Stiftung, seine Witwe überlebte ihn um etwa ein Jahrzehnt. Beide haben in St. Martin ihre letzte Ruhestätte.

In Amberg gehen Sachverständige davon aus, dass die Grabplatte in der Wand der Martinskirche wahrscheinlich nie als Grababdeckung verwendet wurde. Von der Gestaltung her wurde sie, was öfters vorkam, für die Wand angefertigt, um Rang, Reichtum und Frömmigkeit des verstorbenen Wohltäters zu zeigen.

Seine soziale Einstellung, die er durch Geldspenden und wohltätigen Zuwendungen zeigte, führten zum Privileg, dass die Familie eine eigene Kapelle in der Martinskirche erhielt.

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