"Der Volkstrauertag legt einen Finger in alte Wunden, er erinnert an Schrecken und Fehler der Vergangenheit, die lang zurückliegen", sagt Bürgermeister Jens Meyer am Vorabend des Gedenkens zum Volkstrauertages in Rothenstadt. Er begrüßte Vereine und Mandatsträger am Ehrenmal. Diese Erinnerungen würden 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg und 73 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg zu verblassen drohen. Unter Krieg und Gewalt hatten in erster Linie Unschuldige gelitten - Frauen, Kinder, Ältere, Schwache.
Gerade viele jüngere Menschen, die noch nie Krieg im eigenen Land erlebten, meinen, Volkstrauertag sei nur etwas für die "Alten". "Aber ihnen geht unsere Geschichte besonders etwas an und sie sind dafür verantwortlich, was in der Zukunft daraus wird", gab der Bürgermeister zu bedenken. "In diesem Sinne wünsche ich uns, dass der Volkstrauertag zu einem Volksfriedenstag wird", schloss er seine Ansprache.
Fast genau 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erinnerte Stadtpfarrer Heribert Englhard an die 17 Millionen Menschen, die zwischen 1914 und 1918 ihr Leben ließen. Die großen Kriegsgräberstätten in vielen Teilen Europas zeugen davon. "Der Erste Weltkrieg wurde missbraucht und die Gefallenen dienten als Rechtfertigung für eine 'Vergeltung'" sagte der Geistliche. Das mahne uns heute, aller Opfer von Gewalt und Krieg zu gedenken und die Lektion aus der Geschichte zu Lernen. Nur Versöhnung, ein gutes Miteinander und Verständigung würden es schaffen, dass es uns selber und allen Menschen gut geht.
Die musikalische Gestaltung der Feier übernahmen der katholische Kirchenchor um Josef Bäumler und der evangelische Posaunenchor mit Leiter Reinhold Spitzkopf.













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