13.10.2019 - 10:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gift für gesellschaftlichen Zusammenhalt

„Die immer breitere Einkommenskluft ist sicher eine Folge der Globalisierung und des technologischen Wandels. Aber das Ganze ist von Menschen gemacht und kann von uns beeinflusst werden“, verkündet Linda Schneider – und fordert Einigkeit.

Jubilare, die der Gewerkschaft ver.di seit nunmehr 70, 65, 60 und 50 Jahren die Treue halten, wurden mit Urkunden und Präsenten geehrt.
von Helmut KunzProfil

Bei einer Jubilarehrung der Gewerkschaft ver.di im Rothenstädter „Lehner-Saal“ am Freitagabend pochte die stellvertretende Landesbezirksleiterin auf die Solidarität der Mitglieder. Schneider forderte ein Ende der prekären Arbeit und des Niedriglohnsektors. „Das ist Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte sie. Gerade die Bayerische Staatsregierung prahle von immer neuen Höchstständen bei den sozialversicherungspflichtigen Jobs. Dabei verschweige sie den Bürgern aber, dass auch die prekäre Beschäftigung von Spitzenwert zu Spitzenwert klettere.

„Nur das Ziel der Vollbeschäftigung auszurufen, ist ein Hohn für die arbeitende Bevölkerung. Die sagt nämlich nichts, aber auch gar nichts über die Qualität der Arbeit aus." Als Beispiel nannte sie die „sachgrundlose Befristung“, die viele Arbeitgeber, gerade aber auch der Bayerische Staat, „schamlos“ ausnutzten. Geld sei genügend da. Es komme nur bei einigen wenigen an.

Immer mehr Menschen landeten im Alter in der Grundsicherung. „Wohnen wird in Bayern zum Luxusgut.“ Schneider forderte eine Grundrente und eine vernünftige Rentenreform. Denn die Versprechen zur kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge seien nicht haltbar. „Verlässlich ist und bleibt allein die gesetzliche Rentenversicherung als absolut unverzichtbares Element des Sozialstaats.“

Breiten Raum nahm auch die Gesundheitsversorgung ein. In Bayerischen Kliniken fehlten 21000 Stellen. Kritisiert wurden die ungleiche Verteilung der Vermögen in Deutschland und der Investitionsstau bei der Infrastruktur. „Wir brauchen eine ökologische Wende.“

Schneider zeigte, wie auch Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, der eben von einer Solidarität-Kundgebung zugunsten jüdischer Mitbürger kam, nationalistischen Strömungen die rote Karte. Gleichzeitig machte sie sich stark für ein offenes Land mit Rechten und Pflichten. „Das ist genau das Gegenteil von völkisch-national.“ Demokratie sei nicht einfach, weil es keine einfachen Lösungen gebe. Mehrheitsentscheidungen müsse man aushalten können. Aber: „AfD-Funktionär und ver.di schließen sich aus."

Gemeinsam mit den Landtagsmitgliedern Annette Karl und Stephan Oetzinger sowie Bürgermeister Lothar Höher, DGB-Regionalsekretär Peter Hofmann, Ver.di-Bezirkschef Stefan Dietl und Regionsvorsitzendem Oskar Salfetter ehrte Schneider dann langjährige Mitglieder.

Ver.di-Funktionäre ehrten auch Jubilare für 40- und 25-jährige Treue.
Ehrungen:

Urkunden und Präsente für 70-jährige Treue erhielten Hermann Mutzbauer und Georg Zug. Für 65 Jahre Helga Meier und Hildegard Meindl. Für 60 Jahre Irene Tafelmeier, Erich Bäumler, Johann Fleischmann, Hartmut Gonska, Johann Koller und Kurt Zimmermann. Für 50 Jahre Marianne Höfer, Helene Lingl, Othmar Bannert, Hubert Bäumler, Georg Beck, Hans Bösand, Dieter Fischer, Norbert Hopperdietzel, Erwin Leitmeier, Hans Peukert, Karl Pfleger, Peter Raab, Günther Schick, Werner Schieder, Jürgen Schittenhelm, Erich Schulz, Siegfried Spickenreuther, Georg Weiß und Alfred Wulfänger.

Für 40 Jahre wurden geehrt: Gudrun Bauderer, Annelies Bauerschmidt, Monika Beck, Erika Briesweski, Monika Dürmann, Maria Filchner, Gabriele Gäbelein, Monika Goritzka, Sabine Greuner, Adelheid Herzer, Pauline Höfner, Monika Kappert, Ingrid Kinner, Marion Klughardt, Luise Krauss, Monika Liebs, Mathilde Lorper, Jutta Porsche, Martha Prölss, Marianne Schultes, Martha Schwabl, Evi Sellmeyer, Elfriede Simmerl, Annerose Stadler, Elfriede Ulrich, Ingeborg Wolfrath, Gabi Zintl, Andreas Baier, Hans-Dieter Franik, Hans Götz, Walter Kleber, Wolfgang Köstler, Gerhard König, Albert Kulzer, Ernst Landgraf, Bernd Maaske, Wolfgang Müller, Reinhard Neugebauer, Jens Rebehn, Hermann Schätzler, Richard Schätzler, Walter Schell, Josef Schiml, Reinhold Sollfrank, Karl Trummer, Rainer Ullmann, Juan Vilas, Anton Vogl und Georg Zetzl.

Für 25 Jahre: Sybille Ascherl, Petra Bäumler, Gabi Behnke, Astrid Bösl, Ingeborg Christof, Anja Götz-Hofacker, Elisabeth Heider, Antje Helleder, Simone Herrmann-Plössl, Birgit Hirmer, Silke Husslik, Rita Kick, Manuela Kosnowski, Andrea Lang, Margot Lehner, Melanie Maier, Heidi Majonek, Sonja Meisinger, Monika Metzig, Anna-Maria Pirthauer, Angela Prölss-Reber, Irmgard Puff, Ulrike Rauch, Sonja Reindl, Gerlinde Riedl, Daniela Röhrer, Johanna Schmidt, Claudia Sladek, Martina Süss, Regina Vesper, Marianne Watts, Doris Weiss, Roswitha Winter, Regina Zitzmann, Markus Bauer, Peter Dobmeier, Michael Drosdzol, Andreas Glass, Manfred Hartung, Dietmar Neuner, Sebastian Scharnagl, Stefan Schell, Robert Schmid, Martin Schuhmann, Manuel Stöckl, Cemalettin Sucuoglu und Hubert Treml.

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