03.11.2018 - 15:11 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Glocken sind zurück am Alten Rathaus

Der erste Sommer nach 35 Jahren so ganz ohne Glockenspiel am Alten Rathaus ist vorbei. Aktuell arbeiten Elektriker an dessen Installation. Pünktlich zum Christkindlmarkt sollen die Klöppel wieder "Kling, Glöckchen kling" klopfen.

Das Glockenspiel ist zurück an der Giebelfassade des Alten Rathauses, Noch aber erklingen keine Lieder. Ein Mitarbeiter einer Elektrofirma muss die 24 Glocken erst wieder verkabeln.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Bereits Anfang Mai mussten die 24 Glocken an der Giebelfassade des Alten Rathauses weichen. Erstens: Weil das Wahrzeichen der Stadt generalsaniert wird. Und zweitens: Weil auch das Glockenspiel, 1983 ein Geschenk des Rotary-Clubs an die Stadt, in die Jahre gekommen war. Die Kabel waren durch die Witterung brüchig geworden, die Halterungen verrostet. "Zudem war die Elektronik der 24 Glocken veraltet und kaum mehr Ersatzteile für Klöppel zu bekommen", informiert die Stadt. Nun aber ist es geschafft. Fast.

Glocken sind zurück

Nach fünf Monaten sind die Glocken zurück am Wahrzeichen Weidens. Der Regensburger Traditionsbetrieb Turmuhrenfabrik Georg Rauscher hat sie saniert. Spielen können die Glocken allerdings noch nicht wieder die bekannten, von der Jahreszeit abhängigen Weisen in gewohnter Manier, immer täglich um 11.35 Uhr und um 16.35 Uhr "Denn die Elektriker sind derzeit noch mit der Verkabelung und Programmierung der Glocken befasst", heißt es seitens der Stadtverwaltung.

Von "Kommt ein Vogel geflogen" über "Die Gedanken sind frei" bis zu "Oh du lieber Augustin": Rund 30 Lieder sind aktuell im Spielwerk gespeichert. Um einige Stücke werde der Speicher erweitert, weiß Kulturamtschefin Petra Vorsatz. Von einer "Repertoire-Erweiterung um einige bekannte Melodien" spricht die Stadt. Platz scheint das Speicherwerk jedenfalls noch reichlich für neue Lieder zu haben.

Um Max Reger ergänzen

Petra Vorsatz wünscht sich etwa die Ergänzung um "einen einfachen Max Reger". Ja, das gebe es. "Das ,Maria Wiegenlied' etwa. Das könnte auch die Mechanik noch gut vertragen", weiß Vorsatz. Leserin Ute Meierhöfer schlug nach einem Aufruf unserer Zeitung nach der Demontage der Glocken im Mai vor, Weidens Partnerstädten zu Ehren einige Melodien aus den jeweiligen Ländern aufzunehmen. "Ella, elle l'a" für Issy les Moulineaux etwa, "O sole mio" für Macerata, "Herz wia a Bergwerk", oder "Hiatamadl" für Weiden am See, "Die Moldau" für Marienbad und Elvis' "Always On My Mind" für die U.S. Garrison.

Das aber ist noch Zukunftsmusik. Sicher ist, dass zur Adventszeit die Weihnachtsklassiker "Kling, Glöckchen kling", "Alle Jahre wieder" oder "Oh, Tannenbaum" zu hören sein werden. Von diesem Traditionsprogramm gibt es nur geringe Abweichungen etwa zu Hochzeiten. "Der Wagner'sche oder Mendelssohn'sche Hochzeitsmarsch erfreuen sich großer Beliebtheit", weiß Kulturamtschefin Vorsatz.

Zu welchen neuen Titeln die Stadt also außerdem Ja sagen wird, bleibt wohl bis 7. Januar offen. Dann erst werden die weihnachtlichen Weisen verstummen - und vielleicht neu Max Reger und Co. erklingen.

Das Glockenspiel ist zurück an der Giebelfassade des Alten Rathauses, Noch aber erklingen keine Lieder. Ein Mitarbeiter einer Elektrofirma muss die 24 Glocken erst wieder verkabeln.
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