Weiden in der Oberpfalz
27.07.2018 - 15:19 Uhr

Grüß Gott, Herr Papst

330 Ministranten und Betreuer aus den drei Dekanaten Weiden, Neustadt und Leuchtenberg pilgern am Sonntagmorgen in sieben Bussen nach Rom. In Italiens Hauptstadt treffen sie auf den Papst. Martina Troidl organisiert das alles.

Die Hand von Papst Franziskus zu schütteln, das wünschen sich viele der Ministranten, die am Sonntagnacht nach Rom pilgern. Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa
Die Hand von Papst Franziskus zu schütteln, das wünschen sich viele der Ministranten, die am Sonntagnacht nach Rom pilgern.
Weiden in der Oberpfalz27.07.2018

(mte) Das war knapp: Am Mittwoch feierte Antonia Utz ihren 13. Geburtstag. Damit hat die Rothenstädterin die Altershürde für die Ministrantenfahrt nach Rom gerade noch genommen. Denn am Sonntagmorgen ab 2 Uhr geht's los. Die "Elly"-Schülerin dürfte damit die jüngste Messdienerin von insgesamt gut 300 zwischen 13 und 23 Jahren aus der Region sein, die in Italiens Hauptstadt aufbrechen, in drei verschiedenen Hotels maximal zehn Kilometer vom Petersdom entfernt nächtigen und an der Papst-Audienz teilnehmen werden.

Was sie alle vereint? Augenscheinlich schwarze Strohhüte vom Bistum Regensburg, Halstücher, Armbänder - und die Vorfreude auf Papst Franziskus, weiß Martina Troidl (34). Die katholische Jugendreferentin ist die Hauptorganisatorin der Wallfahrt für die Region. Montag steht der Anfangsgottesdienst mit 5500 "Minis" der Diözese Regenburg auf der Agenda. Die Papst-Audienz folgt am Dienstag, Ein "Blind Date" mit einer anderen Busgruppe - eventuell aus einem anderen Land - folgt am Mittwoch. Am Donnerstag geht es nach dem Schlussgottesdienst ans Meer. "Und dazwischen bleibt viel Zeit fürs Eisessen oder für den Besuch des Kolosseums", weiß Troidl.

Zuletzt pilgerten die Ministranten der Region 2014 nach Rom. Auch damals organisierte die Jugendreferentin die Wallfahrt. Warum? "Als kleines Dankeschön, weil die jüngsten Ehrenamtlichen bei uns eine Menge Zeit in der Kirche verbringen", sagt etwa Rothenstadts Gemeindereferentin Claudia Stöckl. "Weil es toll ist, dieses Feeling, dass so viele jungen Leute begeistert ihren Glauben feiern", ergänzt Martina Troidl.

Begeisterung herrscht also in Rom. Besorgnis allerdings hier und da bei daheimgebliebenen Eltern. Deren größte Sorgen sind, dass ihr Kind verloren geht, krank wird oder verunfallt, weiß Troidl und beruhigt: "Wir sind sehr gut vorbereitet." Zuvorderst sei man gewappnet durch die Erfahrungen von 2014. Dann kämen diverse Schulungen wie Crashkurse in Erste-Hilfe-Maßnahmen für die vielen Betreuer dazu. Notfallkonzepte stünden, Visitenkarten mit Hotel-Adressen und -nummern würden ausgegeben. "Bereits im Bus üben wir das Wichtigste auf Italienisch: Wo ist die Toilette? Ich spreche Deutsch! Ich will ein Eis!", sagt Claudia Stöckl.

Auch die Ministranten haben sich gut auf die Reise vorbereitet. Zum Beispiel mit Adventsmärkten, Frühstücken oder als Bedienungen beim Pfarrfest. Dank dieses Engagements kamen Spenden zusammen, die die Romfahrt (470 Euro minus Bezuschussungen von Kirchenverwaltungen) verbilligen und individuelle Extras und Ausflüge ermöglichen.

Am Freitagnacht kommen die sieben Busse zurück. Die Ministranten haben den meisten Geistlichen ihrer Gemeinde dann vielleicht etwas voraus: ein Shake-Hands mit dem Papst. Unglaublich? Von wegen, weiß Martina Troidl: "2014 hat tatsächlich ein Ministrant von uns dem Papst die Hand geschüttelt."




Nachgefragt:

Das beste Eis, der günstigste Cappuccino und flache Bratwürste

Er ist Rom-Kenner und -Liebhaber: Hans Weiß. Zum 30. Mal fuhr der Lateinlehrer heuer mit den Abiturientinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums in die italienische Hauptstadt. Zum 50. Mal wird er in diesen Wochen privat Rom besuchen. Hier seine Tipps für die Ministranten:

· Das beste und billigste römische Eis gibt es an der Piazza Navona in der Via Millina. „Nicht die erste Eisdiele nehmen. Sie ist zu teuer und nicht so gut. An die zweite halten.“

· Einen echten römischen Cappuccino für nur 80 Cent gibt es 100 Meter hinter der genannten Eisdiele auf der linken Seite: „Das ist eine Cappuccino-Bar mit Plüschsesseln.“

· Günstige Lebensmittel gibt es in einem kleinen Supermarkt gegenüber der Cappuccino-Bar: „Schülerinnen kaufen dort immer Snacks, Wasser oder ähnliches zu sehr günstigen Preisen mitten in der Stadt.“

· Römische Hausmannskost wie Rouladen, Lamm, Kuh- oder Sau-Euter, aber auch flache Bratwürste, „die aussehen wie Fleischpflanzerln und echt lecker sind“ oder einfach nur Nudeln bietet im Ortsteil Trastevere das Ristorante Mario’s in der Via Del Moro 53 bis 55, das gut mit der Tram erreichbar ist. Der urige Keller bietet Platz für viele Ministranten.

· Klassische Nudelgerichte und leckere Pizza bietet das „Nazareno“ in der Via Magenta nahe des Bahnhofs an. „Vom Preis her ist das für ein Innenstadtlokal sehr attraktiv“, sagt Weiß. Und: Bei einer telefonischen Voranmeldung werden auch Gruppen prompt bedient. (mte)




Am Sonntagmorgen nimmt auch Hauptorganisatorin Martina Troidl den Hut, das Erkennungszeichen für die Ministranten des Bistums – und bricht zur Wallfahrt der Ministranten nach Rom auf. Gabi Schönberger
Am Sonntagmorgen nimmt auch Hauptorganisatorin Martina Troidl den Hut, das Erkennungszeichen für die Ministranten des Bistums – und bricht zur Wallfahrt der Ministranten nach Rom auf.
 
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