10.08.2018 - 18:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hauptpost-Besitzer hat "die Schnauze voll"

Das ehemalige Hauptpostgebäude steht wieder zum Verkauf. Besitzer Yusuf Kabakulak will damit "ein Zeichen setzen" - und Druck auf die Stadt erzeugen.

Das ehemalige Hauptpostgebäude, das Yusuf und Aliye Kabakulak 2013 erwarben. Seitdem, so der Besitzer, habe die Stadt seine Pläne „blockiert“.

(rg) Die Internet-Plattform "Immowelt" verweist auf eine "Top-Lage", die vielfältige Investmentmöglichkeiten biete: "wie z. B. eine Nutzung als Hotel, Betreutes Wohnen oder auch Büro- oder Wohnräume". Dabei will Besitzer Yusuf Kabakulak die alte Hauptpost gerade deshalb verkaufen, weil er seine Vorstellungen bisher nicht verwirklichen konnte. Unter anderem eine Einkaufspassage, ein Studentenwohnheim und eine Asylbewerberunterkunft zählten zu seinen Plänen. "Die Stadt hat aber immer alles blockiert", sagt Kabakulak. "Irgendwann hat man die Schnauze voll."

Zuletzt habe er Betreutes Wohnen in die alte Hauptpost bringen wollen, erzählt der Besitzer. "Doch die Stadt will ein Hotel." Kabakulak nicht: In dieser Branche kenne er sich nicht aus. Jetzt müsse sich etwas bewegen, da im nächsten Monat sein Hauptmieter, City-Mail, auszieht. Weitere Räume in dem 4800-Quadratmeter-Bau werden für die Disco "Trap", das "Fluchthaus", eine kleine Werkstatt und ab Ende Oktober den Live-Club "Sünde" (wir berichteten) genutzt. Bestehende Mietverträge müsste der potenzielle Käufer übernehmen, erklärt der Geschäftsmann. 2013 hat er mit seiner Frau Aliye das Gebäude erworben. Seitdem gehe nichts voran. Nun solle er auf Geheiß der Stadt abwarten, bis ein Gesamtkonzept für das gesamte Bahnhofsviertel vorliege. "Das kann sich viele Jahre hinziehen, bis etwas gemacht wird."

Mit die Vermarktung des Anwesens hat der Besitzer die Raiffeisenbank beauftragt. Damit wolle er "ein Zeichen setzen": "Entweder es findet sich eine Lösung, oder ich verkaufe. Die Stadt soll auf mich zugehen. Ich will ihr nicht mehr hinterherlaufen." Welcher Kaufpreis ihm vorschwebt, will der Besitzer nicht verraten.

Überrascht von Kabakulaks Vorgehen zeigt sich Baudezernent Oliver Seidel. Denn zuletzt habe man konstruktive Gespräche mit dem Geschäftsmann geführt. Zum konkreten Vorwurf, die Stadt würde Lösungen blockieren, wollte er sich gegenüber dem NT nicht äußern.

"Schreiben Sie die Geschichte des imposanten ehemaligen Postdienstgebäudes in der Hochschulstadt Weiden weiter", heißt es im Text auf "Immobilienwelt". Die meisten Räume im Hauptgebäude und den beiden Seitenflügeln seien bis zuletzt als Konferenzzimmer und Büros genutzt worden. Ferner beinhalte das "Schmuckstück" eine "Kantine inklusive Industrieküche und Ölabscheider" sowie Lastenaufzüge. Weiter heißt es: "Auch die Stadt Weiden ist aktuell dabei das Bahnhofsviertel städtebaulich zu entwickeln und zukunftsorientiert auszurichten. Hier spielt der Bahnhofsvorplatz eine zentrale Rolle, und Sie können Teil dieser großartigen Veränderungen werden."

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