Weiden in der Oberpfalz
13.03.2026 - 14:09 Uhr

Heimkehr einer Operndiva: Deborah Sasson begeistert mit „Phantom der Oper“ in Weiden

Für Deborah Sasson ist ein Auftritt in der Oberpfalz mehr als nur ein Gastspiel. Die Sopranistin lebte mehrere Jahre mit Operntenor Peter Hofmann auf Schloss Schönreuth, nur rund 35 Kilometer von Weiden entfernt.

Von links: Jochen Sauter (Raoul), Deborah Sasson (Christine) und Uwe Kröger in "Das Phantom der Oper". Die Aufführung fand in der Max-Reger-Halle in Weiden statt. Bild: Kunz
Von links: Jochen Sauter (Raoul), Deborah Sasson (Christine) und Uwe Kröger in "Das Phantom der Oper". Die Aufführung fand in der Max-Reger-Halle in Weiden statt.

Die Verbindung zur Oberpfalz ist für sie bis heute etwas Besonderes: Für Deborah Sasson fühlt sich ein Auftritt in Weiden fast wie Heimkommen an. Sie lebte mehrere Jahre als Ehefrau des Operntenors Peter Hofmann auf Schloss Schönreuth, rund 35 Kilometer von Weiden entfernt. Am Donnerstagabend kehrte die Bostoner Sopranistin mit ihrer Version von „Das Phantom der Oper“, einer Sasson/Sautter-Originalproduktion, in die Max-Reger-Halle zurück. Rund 700 Besucher ließen sich in die geheimnisvolle Welt der Pariser Oper entführen.

Seit inzwischen acht Jahren tourt Sasson mit dieser Fassung durch Europa. Anders als die weltbekannte Musical-Version von Andrew Lloyd Webber setzt die Produktion stärker auf opernhafte Klangfarben. „Weniger Musical, mehr Krimi“, beschreibt Musicalstar Uwe Kröger den Ansatz. Er verkörperte den geheimnisvollen Eric, das Phantom, mit intensiver Präsenz und großer stimmlicher Bandbreite.

Jochen Sautter sang den Raoul. Sasson selbst glänzte als Christine Daaé mit einer kraftvollen Mischung aus Oper und Musical. Die Echo-Klassik-Preisträgerin stand bereits auf der Bühne der echten Pariser Oper und kennt dort die Katakomben. In Boston sang sie die Christine auch schon in der Webber-Version. Kröger wiederum bringt eine besondere Verbindung zur Filmwelt mit: Er war die deutsche Sprech- und Gesangsstimme von Gerard Butler in der Filmfassung des Musicals von 2004.

Neben den starken Stimmen beeindruckte vor allem die visuelle Umsetzung. Großflächige dreidimensionale Videoprojektionen des Multimediakünstlers Daniel Stryjecki verbanden sich mit raffinierten Bühnenkonstruktionen von Michael Scott, einst Bühnenbildner der Metropolitan Opera in New York. So entstand ein atmosphärisches Spiel aus Licht, Schatten und Architektur, das die düstere Welt unter der Pariser Oper eindrucksvoll lebendig machte.

Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus für einen Abend, der Opernpathos, Musicaldramaturgie und opulente Bühnenbilder zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis verband und für Deborah Sasson zugleich ein Stück Rückkehr in eine alte Heimat bedeutete. „Das Schloss liegt an der B 22 Richtung Bayreuth auf der rechten Seite. Nach der Vorstellung werde ich daran vorbeifahren."

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