Weiden in der Oberpfalz
02.01.2023 - 14:08 Uhr

"The Hitdogs" und Oszkar räumen ab im Rio-Raum

Der Holzofen im Etablissement hat ausgedient. Bei punkig verschärften Rock-Songs und Oberpfälzer Rap wird es wirklich keinem kalt – ganz im Gegenteil.

"The Hitdogs" um Sänger Christian Neiting auf der Bühne des Rio-Raums. Bild: Nina Saller/exb
"The Hitdogs" um Sänger Christian Neiting auf der Bühne des Rio-Raums.

Wer kennt sie nicht, die Zeit zwischen den Feiertagen am Jahresende - nicht Fisch nicht Fleisch. Eine Mischung aus gewöhnlichen Arbeitstagen und dem Warten auf das nächste Event: Silvester. Dazwischen die Wahl zwischen Netflix-Marathon, Familienessen, und mehr oder minder üppigen Kneipenabenden. Und da gibt es diese Nächte, die zu wahren Leuchtfeuern werden, an denen sich alles versammelt für diesen einen Abend voller Begeisterung und Leidenschaft für gute Musik und eine starke Show. Wie am Donnerstag im Rio-Raum.

Rund 100 Personen fanden sich ein. Betrieben vom Verein für junge Kunst und Kultur in Weiden, wird dieser Ort zur Bühne eines Konzertabends, der das Jahr 2022 mit einem ordentlichen Wumms verabschiedet. Schon kurz vor 20 Uhr sind die Räumlichkeiten gefüllt, die Stimmung gut, die Gespräche auch. Eine halbe Stunde später greift sich Oszkar. das Mikro. „Stabiler Rap aaf Dialekt“ ist das Motto – und dafür gibt es 30 Minuten feinsten Oberpfälzer Sprechbeat auf die Ohren. Das Publikum geht mit und erkennt sich wieder in den Geschichten von der Zerrissenheit zwischen Landidylle und Stadt, von der Suche nach den eigenen Identität, von Generationenkonflikt und Regelbruch; aber auch von der Freude und dem Stolz der eigenen Herkunft. Geschichten, die verbinden und ein Beat, der in die Beine geht.

Nach einer kurzen Pause entern die "Hitdogs" die Bühne. Das von Heiner Reber initiierte Projekt namens „Pornokino“ wird von der fünfköpfigen Band um Sänger Christian Neiting mit brachialer Energie und professionellem Sound umgesetzt. Ein ordentlicher Schuss Punk, scharf gewürzt mit gutem Blues, machen aus Klassikern von Jimi Hendrix, Marvin Gaye, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Peter Gabriel ein derart explosives Gemisch, dass schon zu Mitte des Programms kaum mehr ein Paar Füße nicht tanzt.

Der gemütliche Holzofen, die derzeit einzige Heizung der Location, hat keine Chance gegen diesen Sound, der den Raum in kürzester Zeit zum Sieden bringt. Bei Songs von Depeche Mode, Jethro Tull, Placebo, The Stooges, und anderen findet sich für Jeden etwas in dieser Pornokino-Wundertüte der Hit-Hunde, auf die im März 2023 ein Album folgen soll. Und so mancher eigentliche Gegner von Coversongs äußert sich am Ende beseelt: „Leider geil!“

 
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