26.06.2019 - 21:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hitze: Leere am Wochenmarkt, viel los in der Notaufnahme der Kliniken AG

Heiß, heißer am heißesten. "Hoch Ulla" lässt am Mittwoch die Stadt Weiden und den Landkreis Neustadt schwitzen. Bei 36 Grad sind schattige Plätzchen und kühle Getränke heiß begehrt.

Die Hitze fegt den Unteren Markt leer. Sehr beschaulich ist es am Mittwoch auf dem Wochenmarkt. Die Leute suchen lieber im Schwimmbad Abkühlung oder bleiben zu Hause.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Heiß, heißer am heißesten. "Hoch Ulla" lässt am Mittwoch die Stadt Weiden und den Landkreis Neustadt schwitzen. Bei 36 Grad sind schattige Plätzchen und kühle Getränke heiß begehrt.

Besonders leiden wohl Dachdecker, Zimmerer und Spengler unter den tropischen Temperaturen. "Auf den Dächern ist es noch einmal drei, vier Grad heißer als unten", weiß Julia Rank. Die Chefin des Weidener Betriebs versucht mit ihrem Mann, der Belegschaft die Arbeit so gut es geht zu erleichtern. Sie haben extra einen Kühlwagen angeschafft, der im Lager steht. Jeden Morgen dürfen sich die Mitarbeiter kostenlos mit eiskalten Getränken eindecken.

Durstige Pflanzen

10.000 Besucher zählte das Schätzlerbad am Mittwochnachmittag, dem vorerst heißesten Tag dieses Jahres. 36 Grad wurden um 15.15 Uhr im Bad gemessen.

Um der ganz großen Hitze aus dem Weg zu gehen, beginnen die Rank-Leute zurzeit bereits ab 5 Uhr und machen am frühen Nachmittag Feierabend. Mit auf die Baustelle nehmen sie Taschen der BG Bau. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft stellt Sonnenbrillen und Sonnenschutztücher, die unter den Bauhelm kommen, zur Verfügung. "Sonnencreme haben wir sowieso", sagt Julia Rank. Mit Getränken versorgt auch das Tiefbauunternehmen Gollwitzer in Floß seine Leute.

"Die Hitze macht den Pflanzen nichts aus", erklärt Reiner Steinhilber in Neustadt. Vorausgesetzt, sie werden gut gegossen. Schließlich haben auch sie mehr Durst und schlucken ein Drittel mehr Wasser. Die Temperatur in den Treibhäusern - zurzeit werden die Weihnachtssterne getopft - liegt lediglich ein, zwei Grad höher.

Sehr überschaubar geht es am Mittwoch auf dem Weidener Wochenmarkt zu. Sämtliche Händler berichten von deutlich weniger Umsätzen. "Die Leute gehen lieber ins Schwimmbad oder in den Schrebergarten", zeigt eine Verkäuferin Verständnis. Maria Senftleben steht mit ihrem "Dinkelladl" im Schatten. Die Kühlung zeigt konstant vier Grad. Die Leute greifen eher zu Frisch- und Weichkäse, Hartkäse ist bei über 30 Grad nicht so gefragt. Trotz der Hitze hat Joseph König von Gemüse König das Angebot nicht eingeschränkt. Voll in der Sonne steht Otto Maier mit seinem Geflügel- und Eierstand. Er ist heilfroh, wenn er am Samstag auf seinen Platz hinter dem alten Rathaus zurückkehren darf.

Weniger gefragt sind auch die Bratwürste von Karl Weißhäupl. Weit über 35 Grad muss Nathalie Gulan im Standl von Beyer Brezen vor der Volksbank aushalten. Da hilft auch ein Sonnenschirm nicht viel. Auch sie beklagt weniger Kundschaft.

Großer Andrang in Bädern

Kein Wunder, die Leute erfrischen sich wohl alle im Schätzlerbad. Über 10 000 sind es am Mittwoch. Am Nachmittag reichen die Schlangen an beiden Kassen bis zum Parkplatz. Ilona Forster, Vorsitzende des Schwimmvereins, meldet um 15.15 Uhr 36 Grad. Auch das Freibad Windischeschenbach registriert nach Angaben von Bademeister Horst Lindner rekordverdächtige 1600 Besucher.

Kein Fußballtraining, weniger Schulunterricht

Fußballvereine, darunter die DJK Neustadt, haben für die kleinsten Nachwuchskicker das Training abgesagt. An Grund- und Mittelschulen fällt in dieser Woche der Nachmittagsunterricht aus, bestätigt Schulamtsdirektorin Christine Söllner, fachliche Leiterin des Schulamts Neustadt/Weiden.

Viel los in Notaufnahme des Klinikums

Während die Integrierte Leitstelle (ILS) in Weiden keine Sonderschichten fahren muss - Pressesprecher Jürgen Meyer spricht von normalem Tagesgeschäft - beschert das Wetter der zentralen Notaufnahme am Klinikum Weiden erhebliche Mehrarbeit. Chefarzt Dr. Andreas Pohl weiß von fast zehn Prozent mehr Patienten, überwiegend ältere Menschen mit Herz-Kreis-Lauf-Problemen.

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