13.06.2019 - 11:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Hoffnung für Menschen" unterstützt Waisenkinder in Indien

Indien ist mit 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Erde. Vor allem die Landbevölkerung lebt am Existenzminimum. Noch immer gelten Frauen als minderwertig. Der Verein "Hoffnung für Menschen" will helfen.

Eine Gleichstellung von Mann und Frau gibt es in Indien zwar gesetzlich - in der Praxis jedoch nicht.
von Externer BeitragProfil

Ihre erste Reise nach Indien vor 14 Jahren wird Barbara Loughran-Dietz wohl nie vergessen. „Wir haben Kinder gesehen, die seit Monaten ihre kleinen Geschwister auf der Straße ernährten“, erzählt sie. „Dabei waren sie selbst erst fünf Jahre alt. Wir haben Kinder gesehen, die aus lauter Hunger Styropor aßen, damit sie überhaupt etwas im Magen hatten. Und wir haben Kinder gesehen, die so gerne in die Schule gegangen wären, jedoch wegen einer Kinderlähmung nicht laufen konnten. Also haben sie sich Flip Flops an die Knie geklebt, damit sie zumindest in die Schule kriechen konnten.“ Inzwischen war die Weidener Unternehmerin schon viele Male wieder in Indien, jedes Jahr fliegt sie mit anderen Mitgliedern des Vereins „Hoffnung für Menschen“ und Interessierten in den indischen Bundesstaat Tamil Nadu, an der südlichsten Spitze Indiens, wo der Arabische Ozean, der Indische Ozean und der Golf von Bengalen zusammentreffen. Dort hat Pfarrer Anthony Soosai, der den Verein „Hoffnung für Menschen“ initiiert hat, sein Netzwerk. Dieses garantiert, das die Hilfe auch dort ankommt, wo sie ankommen soll.

Unterstützt werden vor allem die Schwächsten der indischen Gesellschaft: Witwen und Waisen. Beides sind Gruppen, die in Indien am Rande der Gesellschaft stehen. „Hierzulande haben wir ein Sozialsystem, das einen auffängt“, sagt Barbara Loughran-Dietz. „In Indien gibt es sowas gar nicht. Das Kastensystem führt außerdem dazu, dass es einfach akzeptiert wird, wenn Menschen arm und krank sind. Man glaubt ja daran, dass alles im nächsten

Die Vereinsvorsitzender Thomas Ebneth, Monika Biebl und Barbara Loughran-Dietz setzen sich für die Indische Bevölkerung ein, kämpfen für das Recht der Frauen und unterstützen indische Waisenkinder.

Leben besser wird, wenn man gut ist.“ Weiterhin leben indische Witwen unter erschwerten Bedingungen. Denn nach indischer Tradition werden sie für den Tod ihres Mannes verantwortlich gemacht und aus der Gesellschaft ausgegrenzt. „Wir betreuen unter anderem ausgewählte und geprüfte Hilfsprojekte“, erklärt Vereinsvorsitzender Thomas Ebneth, der ebenfalls jedes Jahr nach Indien reist. „Die Kinderdörfer sind unser großes Herzensprojekt.“ Drei solche Kinderdörfer wurden inzwischen vor Ort aufgebaut, dort werden derzeit 88 Waisenkinder von elf KinderdorfMüttern betreut. Die Mütter sind Witwen, die ebenfalls ein schweres Schicksal hatten. So wird gleichzeitig Waisen und Witwen geholfen.

Dankbarkeit beeindruckt

Weiterhin finanziert der Verein „Hoffnung für Menschen“ Waisenhäuser, den Bau von Steinhäusern für arme Familien, hilft Witwen beim Aufbau einer eigenen Existenzgründung oder ermöglicht Slumkindern den Schulbesuch. Monika Biebl, seit kurzem ebenfalls Vereinsmitglied, konnte sich im Oktober bei ihrer Indienreise einen Eindruck vor Ort machen. „Was mich am meisten beeindruckt hat, das war die Dankbarkeit“, erzählt sie mit glänzenden Augen. „Nicht die primitiven Lebensumstände dort, die Hütten mit Blätterdach und ohne Waschgelegenheit, die Bettgestelle ohne Matratzen. Natürlich bewegt einen das alles, aber zu Herzen geht einem diese Dankbarkeit. Durch unsere Spenden wird diesen Menschen dort wirklich ein Stück Hoffnung geschenkt.“ Neben der Unterstützung von Hilfsprojekten vermittelt der Verein auch unterschiedliche Patenschaften. Mit Kinder-, Familien-, Studenten-, Kinderdorf- oder Slumkindpatenschaften gibt es verschiedenste Möglichkeiten zu helfen. „Durch unsere zuverlässigen Partner vor Ort kommen auch wirklich alle Spenden zu 100 Prozent an“, sagt Thomas Ebneth. Das schätzen auch die inzwischen 225 Mitglieder des Vereins. „Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sind unsere regelmäßigen Gruppenreisen. Hier kann sich jeder selbst davon überzeugen, wie die Umstände in Südindien sind – und wem wie geholfen wird.“

Jeder Mensch verdient eine Chance. Um diese auch Frauen in Indien zu ermöglichen, gibt es spezielle Einrichtungen, die sie fördern und ihnen eine Perspekte geben.
HfM: Hoffnung für Menschen:

Das Leben hierzulande wird immer unsicherer, schwieriger und teurer … Wirklich? Viele von uns vergessen, dass mehr als 80 Prozent der Menschen weltweit in wesentlich ärmeren Verhältnissen leben. Wer sich mit dem Elend in anderen Ländern beschäftigt, möchte oftmals gerne helfen, zweifelt jedoch an manchen Projekten und fragt sich, ob die Spendengelder auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Genau hier setzt der Weidener Verein „Hoffnung für Menschen“ an. Seit 2004 engagiert sich dieser für notleidende Menschen in Südindien, im Bundesstatt Tamil Nadu. Denn vor allem Kinder, Waisen und Witwen stehen hier am Rande der Gesellschaft und können sich oft nur schwer über Wasser halten. „Unser Ziel ist, diesen Menschen Hoffnung und eine Zukunftsperspektive zu geben“, sagt Vereinsvorsitzender Thomas Ebneth. „Die Prinzipien dazu lauten: Hilfe zur Selbsthilfe und Zukunft durch Bildung.“

Verfallene Hütten, kein fließendes Wasser, ein brüchiges Dach über dem Kopf. Vor allem die ländliche Bevölkerung in Indien ist verarmt.
Landwirtschaft ist eine der Haupteinnahmequellen der Inder. Da das Land über keine Bodenschätze verfügt, pflanzen die Menschen Gemüse und Obst an, um überleben zu können.
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