Weiden in der Oberpfalz
05.03.2019 - 18:35 Uhr

Homeoffice: Die Einstellung der Männer muss sich ändern

Das Homeoffice ist sinnvoll, vor allem aus Familiensicht. Damit sich das aber wirklich lohnt, muss sich erst die Einstellung der Männer ändern. Sonst droht ein Rückfall ins alte Jahrtausend. Ein Kommentar von Julian Trager.

Kommentar von Julian Trager
Symbolbild Bild: Daniel Naupold/dpa
Symbolbild

Wir leben im 21. Jahrhundert, in digitalen und modernen Zeiten. Da gehört Arbeiten im Homeoffice, also im Büro daheim, dazu. Technisch ist das in vielen Berufen längst möglich, wird aber in Deutschland noch selten gemacht. Dabei ist es in vielerlei Hinsicht sinnvoll - vor allem aus Familiensicht. Homeoffice ist ja nicht unbedingt dafür gedacht, sich den nervigen Gesichtern der Kollegen zu entziehen. Homeoffice soll ermöglichen, dass Mütter oder Väter zu Hause arbeiten und sich um ihre Kinder kümmern können.

Nur hier läuft etwas falsch, wie die Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Demnach nehmen sich Frauen im Homeoffice deutlich mehr Zeit für ihren Nachwuchs als im normalen Büro, das ist gut so. Männer tun das nicht, sie arbeiten stattdessen länger. Arbeitsforscherin Yvonne Lott fordert eine gleiche Verteilung zwischen Frauen und Männern und sieht vor allem die Politik in der Pflicht: Das steuerliche Ehegatten-Splitting soll abgeschafft, die Partnermonate beim Elterngeld verlängert werden.

Das Entscheidende, das sich ändern muss, ist aber die Einstellung der Männer. Das Büro daheim sollte nicht bloß genutzt werden, um länger oder vielleicht konzentrierter zu arbeiten - es sollte, auch bei Papas, dazu dienen, die Familie zu stärken. Sonst festigt das Homeoffice nur eine Rollenverteilung aus dem 20. Jahrhundert.

 
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