Weiden in der Oberpfalz
17.09.2019 - 11:02 Uhr

Hospizarbeit im Fokus

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Dieser Leitsatz von Cicely Saunders stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der CSU Weiden-Ost im Vereinsheim „Almrausch“ vor spärlicher Zuhörerschaft.

von fsb
Zur Hospizarbeit tauschen sich aus (von links) Ilse und Heribert Stock, Eva Nitsche, Referentin Elke Lauterbach, Vorsitzender Hans Forster, Referentin Susanne Wagner, OB-Kandidat Benjamin Zeitler und Stadtrat Alois Lukas. Bild: fsb
Zur Hospizarbeit tauschen sich aus (von links) Ilse und Heribert Stock, Eva Nitsche, Referentin Elke Lauterbach, Vorsitzender Hans Forster, Referentin Susanne Wagner, OB-Kandidat Benjamin Zeitler und Stadtrat Alois Lukas.

Zum Thema „Hospizarbeit vor Ort“ kamen die Referentinnen Elke Lauterbach, leitende Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Weiden-Neustadt, und Susanne Wagner, Leiterin des Hospizes „Sankt Felix“, sowie das Ehepaar Ilse und Heribert Stock, Gründer des Hospizdiensts und Wegbereiter der Hospizidee in unserer Region. Forster ging kurz auf die Geschichte der Hospizbewegung ein. Ehrenamtliches Engagement spiele in der Hospizarbeit, die durch gesetzliche Änderungen in Gesellschaft und vor allem auch in der Politik stärker anerkannt werde, immer noch die größte Rolle.

Noch in den 1950er und 60er Jahren, sagte Elke Lauterbach, starben Menschen in Abstellräumen im Krankenhaus. Heute gehe es darum, den Sterbenden und ihren Angehörigen ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Der einzelne Mensch, dessen Angehörige grundsätzlich mit einbezogen werden, müsse ganzheitlich wahrgenommen werden mit all seinen Bedürfnissen auf körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Ebene. Bei der Hospizarbeit stünden die psychosoziale Begleitung Betroffener und deren Angehörigen durch Ehrenamtliche im Fokus, bei der Palliativmedizin gehe es um Schmerztherapie und Symptomkontrolle mit dem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern oder zu erhalten, wobei spezialisierte Einrichtungen die Versorgung und Pflege übernehmen. Bausteine seien der ambulante Hospizdienst, das stationäre Hospiz, die Palliativstation als Ort, an dem man kurzzeitig bleiben kann, die ambulante Palliativversorgung (SAPV) als Palliativstation auf Rädern sowie Hausärzte, Pflegedienste, Pflege- und Tageseinrichtungen, Beratungsstellen und sonstige Hilfen.

Der Malteser Hilfsdienst, in Deutschland fast flächendeckend zu finden, leitet auch den ambulanten Hospizdienst Weiden-Neustadt/WN in fester Kooperation durch vier Personen mit der Palliativstation, der SAPV und den Altenheimen. Im Einsatz sind 70 ehrenamtliche Hospizhelfer. Die Zahl der Begleitungen stieg von 120 im Jahr 2016 auf 140 in den beiden Folgejahren.

Leiterin Wagner stellte das stationäre Hospiz „Sankt Felix“ vor, eröffnet am 11. Februar 2019 mit neun Einzelzimmern in den ehemaligen Räumen der Palliativstation in Neustadt/WN. Die Anmeldung erfolgt in der Regel durch die behandelnden Ärzte, kann aber auch durch den Betroffenen oder die Angehörigen erfolgen. Erforderlich ist immer eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit und ein Antrag des Betroffenen, des „Gastes“, auf Leistung für die stationäre Versorgung. Aufgenommen werden Menschen aus allen, überwiegend onkologischen Erkrankungsbereichen. Neben der Pflege durch zwei Kräfte erfolgen eine psychosoziale Begleitung und therapeutische Maßnahmen.

In zwei Zimmern ist die Aufnahme von Angehörigen möglich. Die Betriebskosten für das stationäre Hospiz werden zu 95 Prozent durch die Kranken- und Pflegekassen mit dem Tagessatz gedeckt. Für den Rest müssen Eigenmittel aufgebracht werden, was zu einem hohen Spendenbedarf führt. Für den Aufenthalt und die Pflege entsteht kein Eigenanteil. Zum Schluss zeigte Wagner Zimmer und Räume mit deren Einrichtungen.

 
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