Ebenezer Scrooge, Bob Cratchit, Tiny Tim Cratchit, Silas Scrooge, Geist Jacob Marley und die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht: Hubert Treml spielte sie allesamt selber. Keine Doppelrolle, sondern eine Multirolle. Mal von links, mal von rechts, mal im Sitzen. Das Publikum spürte sofort, in welchen Charakter er gerade geschlüpft war. Egal ob Geizkragen, Untergebene oder unheimliche Gesellen. Treml hatte sie in der Schalterhalle der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz alle auf dem Radar.
Bei ihm hießen sie nur anders. Treml schwört auf Dialekt, liebt die Oberpfalz. Deshalb nannte er den Geizhals Eberhart Rouchl. Den unterbezahlten Angestellten Cratchit, der ständig mit seiner Kündigung rechnen musste, Sepp Kramer. Dessen totkranker Sohn hieß Sepperl. Sein verstorbener Geschäftspartner Marley, Fred Söller.
Charles Dicken’s Weihnachtsgeschichte spielt im frühen 19. Jahrhundert in London. Ein unsympathischer Geschäftsmann und Kleinkapitalist quält seine Umgebung, pfeift auf Weihnachten. Treml hat alle Hände voll zu tun, den Grobian zum Menschenfreund umzustimmen. Vor allem in der Interpretation des finsteren Rouchls lief er zu Hochform auf.
Regionalmarktleiter Christian Weigert fand die Überleitung vom bisherigen Adventssingen zum Konzept eines Alleinunterhalters sehr gelungen. „Wir haben ins Schwarze getroffen. Die Eintrittskarten waren innerhalb von Tagen ausverkauft.“ Natürlich schaffte es Treml nicht nur mit viel Gerede, die Erzählung kurzweilig an die Leute zu bringen.
Hin und wieder griff er zur Gitarre, wurde zum Barden und untermalte die Szenen mit Songs. Zum Beispiel umrahmte sein bekanntes Lied von der „Neustädter Straße“, wo Treml aufgewachsen ist, den Teil, als der Geist der vergangenen Weihnacht den Rouchl in dessen Kindheit zurückschickte. Die Pause nutzten die Besucher für Glühwein und Lebkuchen.













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