Seine "Geschichten von und um die Hütt'n" fanden am Dienstag großes Interesse. Reiner hat seine Kindheit und Jugend im Hüttenviertel um die damalige Detag verbracht. Seine gesammelten Erinnerungen und Fotos lieferten den vielen Zuhörern im Maria-Seltmann-Haus ein umfassendes Bild aus jener Zeit. Begleitet wurde der Vortrag von Maria Hirschs Erinnerungen. Auch sie wuchs in DETAG-Nähe auf.
Reiner erläuterte die lange Geschichte des Viertels: 1890 begann die Firma Gebrüder Schulz mit dem Bau einer kohlegefeuerten Glasfabrik in Moosbürg, direkt neben dem Bahnhof, der damals noch weit vor den Toren der Stadt lag. Zwei Jahre später kauften die Gebrüder Kupfer die Fabrik und ersetzten ab 1910 die überholten Hafenöfen durch Wannenöfen. Damit war der Grundstein für die Entwicklung zu einem Flachglas-Konzern bereitet. Die hohen Schornsteine waren ein Symbol florierender Glaserzeugung in Weiden.
"O, du wunderbare alte Zeit. "Damals war das Zusammenleben auf der Hütt'n von gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Achtung geprägt", erzählte der Referent. "Eine Ellenbogengesellschaft gab es nicht. Die Menschen hatten genug zu Essen und zu Trinken und später auch Geld für einen bescheidenen Luxus." Und: Jeder Hütterer sei stolz gewesen auf seinen Arbeitsplatz.
Umgekehrt seien die Direktoren und Meister den Problemen der Arbeitnehmer gegenüber aufgeschlossen gewesen. "Damals zählte der Mensch und Arbeiter noch mehr als der maximale Gewinn." Und: "Die Hütterer waren treue Mitarbeiter."
Das Areal war zwischen den 20er und 80er Jahren das industrielle Zentrum der Stadt. Viele Menschen fanden Brot und Arbeit, kamen zu Wohlstand. Mit der Aussiedlung des Betriebs nach Weiherhammer wurde es ruhig auf der Hütt'n. Die meisten Mitglieder der großen Glasmacherfamilie hatten sich in anderen Vierteln angesiedelt. So drohten die alten Zeiten in Vergessenheit zu geraten.
Hort Kastl hatte 2002 die Idee zu einem Treffen, Max Sperl organisierte einen Stammtisch. Im großen Kreis wurden Erinnerungen ausgetauscht und niedergeschrieben. Wie das gesellschaftliche Leben, das sich in Wirtshäusern und Vereinen abspielte. Fast jeder Hütterer war in mindestens einem der drei Vereine: Feuerwehr, Sportverein oder Schützen. Oft waren Glasmacher über Generationen in der Hütte beschäftigt. Und Reiner beleuchtete diese Ära. Auch aus Kindersicht: Räuber und Gendarm, Kartoffelfeuer mit geklauten Erdäpfeln, Faschingsumzug mit dem Detag-Schimmel. Bei allen bekannt: Der Jahn-Bäcker. "Auf der Hütt'n da war's schön", blätterte Maria Hirsch in ihren Erinnerungen.













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