05.09.2018 - 14:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hund Füli: Tierschutzverein äußert sich

Seit einiger Zeit bemüht sich Martina Liebl vergeblich, Hundedame Füli aus dem Tierheim zu holen. Nach unserem ersten Artikel äußert sich Mariele Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins, schriftlich zu einigen konkreten Vorwürfen Liebls.

Füli (rechts) und Paul im Tierheim. Mit diesem Bild will Mariele Junak zeigen, wie Füli derzeit untergebracht ist. Das 300 Quadratmeter große Außengelände biete viel Auslauf.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Zum Vorwurf der Tierquälerei (der Hund sei dauerhaft im Zwinger eingesperrt) schreibt Mariele Junak: "Füli befindet sich aktuell in einen ungefähr 300 Quadratmeter großen Außengelände zusammen mit dem Hund Paul. Den ganzen Tag verbleiben sie in diesem Gelände und können sich frei bewegen. Sie werden nur in der Nacht in den auf dem Gelände befindlichen Zwinger eingeschlossen. In der Winterzeit werden die Hunde in den Zwingerbereichen untergebracht wo sie sich in einem Innen- und Außenbereich aufhalten können. Tagsüber sind die Hunde ebenfalls mehrere Stunden in den Freiflächen der Außengelände mit Wiese und Bäumen, werden jedoch nicht den ganzen Tag draußen sein aufgrund der Kälte und Nässe. Nur nachts ab ca. 20 Uhr werden die Klappen geschlossen, so dass die Hunde dann nur im Innenbereich sind."

Zum Vorwurf, der Verein sperre den Hund ein, um die Pauschale für Fundtiere zu kassieren: "Füli und Mary waren zu keiner Zeit Fundtiere, sondern sogenannte Aufnahmetiere. Das heißt, die Kommunen waren zu keiner Zeit finanziell beteiligt. Die Fundtierpauschale von derzeit 50 Cent pro Einwohner wird von den beteiligten Kommunen bezahlt, da wir die Verwahrung und Pflege von Fundtieren per Vertrag und somit stellvertretend als kommunale Aufgabe übernehmen. Nach Ablauf der Aufbewahrungszeit (rechtlich 6 Monate, aber wir vermitteln die Tiere bereits nach 14 Tagen mit Rückgabeverpflichtung der neuen Besitzer, falls sich der wirkliche Besitzer meldet) geht das Tier in den Besitz des Vereins über. Klar ist, dass eine Pauschale von 50 Cent pro Einwohner hier auf keinen Fall kostendeckend ist. Von einer Bereicherung des Vereins durch Nichtvermitteln kann hier keine Rede sein."

Artikel "Nicht vermittelbar"

Weiden in der Oberpfalz

Zum Vorwurf, der Vorstand hätte persönliche Animositäten gegen Martina Liebl: "Diesen Vorwurf weise ich strikt von mir. Ich vertrete den Verein mit über 1000 Mitglieder, und ich versuche, so neutral wie möglich alle Belange zu klären und Probleme zu lösen. (...) Fakt ist, Frau Liebl hatte sich nicht an unsere Anweisungen gehalten. So kam es durch ihr unsachgemäßes Handeln und vor allem, weil sie Ratschläge und Anweisungen nicht beachtetete, zu einem Beißunfall mit dem Hund Pati beim Gassigehen, und auch das Bedrängen der beiden Hunde Füli und Mary hat sie trotz mehrfacher Belehrung nicht gelassen. (...)

Wenn jemand eigenmächtig handelt und trotz mehrfacher Anmahnung sein Verhalten nicht ändert, darf er im Verein nicht tätig sein. Allein ihr Verhalten im Tierheim und die Tatsache, dass sie keine Hundeerfahrung hat und auch keine Tipps und Ratschläge annahm, zeigte uns, dass sie nicht der geeignete neue Besitzer für Füli ist. Sie hat ein Haus in Pirk, das nicht eingezäunt ist, und ihr Vorschlag war, den Hund zu sedieren und nach Hause zu transportieren, wo er dann zunächst in einem Zimmer in ihrer Einliegerwohnung im Keller untergebracht werden sollte. Aus unserem Verständnis keine geeignete Umgebung für Füli. Trotzdem haben wir drei Sachverständige herangezogen um hier nicht parteiisch zu entscheiden. Also von persönlichen Abneigungen gegen Frau Liebl kann wirklich nicht gesprochen werden."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp