16.11.2020 - 12:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hunderte Verstöße gegen Maskenpflicht in Weidener Fußgängerzone

In seiner Startphase hat der neue städtische Ordnungsdienst eine besondere Aufgabe: Das Überwachen der Maskenpflicht in der Fußgängerzone. In drei Wochen deckte er 683 Verstöße auf.

Diese beiden Passantinnen haben nichts zu befürchten. Mitarbeiter des neuen kommunalen Ordnungsdienstes kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Rücksichtslose Radler, alkoholisierte Pöbler, nicht angeleinte Hunde – nur drei von vielen möglichen Arten von Störern, die der kommunale Ordnungsdienst in die Schranken weisen soll. Seit 26. Oktober sind die Städtischen in der Innenstadt unterwegs. Ihr Hauptaugenmerk gilt dabei allerdings vor allem einer Gruppe: die der nicht maskierten Passanten in der Fußgängerzone. Mit denen haben die neuen Ordnungshüter die meiste Arbeit – mit Abstand.

Verstärkte Kontrollen der Maskenpflicht in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Wie die Stadt Weiden informiert, haben die vier Teilzeitkräfte, die in Doppelstreifen unterwegs sind, in den bisherigen drei Wochen exakt 683 Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt. Hätte die Stadt dies rigoros mit Bußgeld geahndet, wären mehr als 100.000 Euro in den Stadtsäckel geflossen: Ein Verstoß kostet laut Polizei mindestens 150 Euro - und laut Stadt "im Regelfall" 250 Euro. Legt man nur den "Regelfall" zugrunde, würden die Einnahmen sogar über 170.000 Euro betragen. Doch die Delinquenten haben noch Schonzeit: "Aktuell sprechen die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes nur Verwarnungen aus", erklärt Stadtsprecher Norbert Schmieglitz.

Entwarnung also? Eher nicht. Denn auch die Polizei kontrolliert, und die ahndet Verstöße weit konsequenter. Sprecher Thomas Fritsch berichtete Oberpfalz-Medien jüngst von Anzeigen "im unteren dreistelligen Bereich". Auch die verfolgt die Stadt Weiden weiter. Die Höhe der bisherigen Bußgeld-Einnahmen könne aber nicht genannt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Die meisten Verstöße stellt der Ordnungsdienst tatsächlich in der Fußgängerzone fest. Auf 553 der insgesamt 683 "Unmaskierten" trafen die Mitarbeiter zwischen Witt- und Schlörplatz. Wie berichtet, ist in der Fußgängerzone das Tragen der Maske zwischen 7 und 19 Uhr Pflicht. Generell gilt das ferner zum Beispiel am ZOB und anderen Bushaltestellen, am Bahnsteig oder in Geschäften. Wer sind eigentlich die, die sich nicht daran halten: ausgemachte Coronaleugner oder einfach nur vergessliche Bürger? "Wir treffen die gesamte Bandbreite an", erklärt Schmieglitz. "Zumeist wird aber mit Bedauern geantwortet, das Tragen der Maske einfach nur vergessen zu haben." Kein Wunder also, dass die Leute "überwiegend einsichtig" reagierten.

Der Ordnungsdienst nimmt die Arbeit auf

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Kommunaler Ordnungsdienst

  • Im Dienst seit 26. Oktober
  • Besetzung: Vier Teilzeitkräfte, die in Doppelstreifen unterwegs sind
  • Aufgaben: die Einhaltung von städtischen Verordnungen und Satzungen überwachen, als Ansprechpartner für Bürger dienen, potenzielle Störer abschrecken
  • Befugnisse: Verwarnungen aussprechen, Anzeigen aufnehmen, Identität von Personen feststellen, Platzverweise erteilen

 

 

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