12.04.2021 - 13:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hygienekonzept für Kinder und Jugend: SpVgg SV Weiden will wieder trainieren

Am Weidener Wasserwerk sollen bald die Bälle wieder rollen: Die SpVgg SV Weiden stellte nun ein Hygienekonzept vor, mit dem der Trainingsbetrieb im Kinder- und Jugendbereich wieder möglich sein soll.

Corona-Tristesse erlebt auch die SpVgg SV Weiden seit Monaten. Das soll sich bald ändern, wenn es nach den Vereinsverantwortlichen geht.
von Helmut KunzProfil

Der Jugendleiter der SpVgg SV Weiden, Fabian Frey, hat einen Plan entwickelt, der es Kindern und Jugendlichen ermöglichen soll, trotz Corona – vielleicht eingebunden in das Modellregion-Programm – wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen zu können. Der Entwurf wurde inzwischen den örtlichen Behörden vorgelegt. Bürgermeister Lothar Höher und Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger finden den Vorschlag spannend und so gut, dass sie das Konzept nun auch dem Bayerischen Gesundheitsministerium präsentieren wollen. Vorsitzender Michael Kurz: „Wir haben Hof beobachtet, wir haben die Jugendarbeit in Nürnberg und Regensburg gesehen, wo Kinder in den Fußballvereinen aktuell Fußball spielen."

Warum also nicht auch in Weiden? Die sportliche Führung habe ein schlüssiges Konzept erarbeitet, das jetzt auch Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Oetzinger, Höher und CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler bei einem Besuch am Wasserwerk vorgestellt wurde. „Wir waren bisher nie laut", räumt Kurz gegenüber den Politikern ein. Warum? Corona existiere und lasse sich nicht wegleugnen. Jetzt dauere die Pandemie mit all ihren Einschränkungen aber bereits ein Jahr. Ein Jahr, das sich fatal auf das Vereinsleben ausgewirkt habe.

Auch Wohlbefinden gefährdet

Er bat die Politik auf Bundes- und Landesebene um Unterstützung und darum, den Amateursportvereinen mehr Vertrauen zu schenken. Die Vernachlässigung des Breitensports gefährde nicht nur das Vereinsleben, sondern auch das Wohlbefinden und die Gesundheit von Millionen Mitgliedern. „Auch wir haben mit Abmeldungen zu kämpfen.“ Werde den Vereinen nicht bald geholfen, gehe alles den Bach runter.

Was passiere denn alternativ? „Die Kinder spielen draußen Fußball, spielen halt wild.“ Und die Polizei habe nicht die Kapazitäten, all dies zu unterbinden. Wenn jetzt auch noch die Sonne scheine, könne das kindliche Verlangen nach Bewegung kein Mensch mehr stoppen. „Hier bei uns, da habe ich die Kinder unter Kontrolle.“ Kurz: „Ich spreche hier nicht nur für uns. Ich spreche für alle Vereine im Amateursportbereich." Im Gegensatz zum nicht organisierten Gekicke auf der freien Wiese, gebe es innerhalb der Vereine Kontrollmöglichkeiten. "Ich kann das Kind herausziehen, dass Corona hat."

Zweiergruppen in bestimmten Arealen

Natürlich nur unter Voraussetzung verantwortbarer Inzidenzwerte, würde man jeweils zwei Spieler miteinander trainieren lassen, erklärt Frey sein Konzept. Trainiert werden dürften die jeweiligen Zweiergruppen auch nur in bestimmten Arealen, die über den kompletten Spielfeldbereich verteilt seien. "In diesen, ihnen zugewiesenen Arealen müssen beide Spieler bleiben." Sollte der Inzidenzwert unter 100 sein, wäre es für unter 14-Jährige – "bei uns wären das zwei Mannschaften" – sogar möglich, in einer 20-er-Gruppe mit Abstand zu trainieren.

"Das Konzept existiert in seiner Endfassung seit Mittwoch", gibt Frey bekannt. In 20-er Gruppen zu trainieren wäre natürlich idealer, als ein Trainingseinheiten in Zweiergruppen. "Aber ein richtiges Training ist das bei weitem nicht. Das ist uns natürlich klar. Das ist aber auch nicht die Intension, die dahinter steckt." Weil viele Spieler von weit her anreisten, Fahrgemeinschaften aber momentan nicht erlaubt seien, wolle man das Angebot des Vereins jedem Kind und Jugendlichen einmal pro Woche ermöglichen.

Tests in Schulen

"Seit fünf Monaten dürfen wir nicht mehr auf dem Platz trainieren." Aktuell besuchten Trainer ihre Spieler sogar daheim oder konferierten bis zu viermal pro Woche per Online-Kontakt und virtuellen Trainingseinheiten. Aber das sei inzwischen ausgelutscht, weil sich das Angebot ständig wiederhole.

Ein- und Ausgänge zum Trainingsbereich wäre für die Spieler geordnet, unterstreicht Kurz. Die müssten nicht einmal ein Gebäude betreten. "Das haben wir alles punktuell ausgearbeitet. Recht viel besser kann man es nicht machen." Auch über wie die Frage nach Coronatests zu lösen sei, habe man sich Gedanken gemacht. Getestet würden die Kinder ja ohnehin zweimal pro Woche in den Schulen. "Wer vormittags ein negatives Testergebnis bekommen hat, der kann diese Bestätigung nachmittags mitbringen und vorlegen."

Fußball-Spielleiter: "Ich bin nicht an einen festen Spielplan gebunden"

Amberg
Corona-Tristesse stellvertretend für den Amateursportbereich bei der SpVgg SV Weiden.
Jugendleiter Fabian Frey (Dritter von rechts) präsentiert das Trainingskonzept der SpVgg SV Weiden.
Michael Kurz.

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