10.07.2019 - 17:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ideen der Bürger für Parkplatz gesucht

Vor über einem Jahr, im April 2018, hat der Stadtrat über Pläne von Architekt Karlheinz Beer zur Bebauung des Großparkplatzes Naabwiesen diskutiert. Seitdem ist nicht viel passiert. Und Tempo ist weiterhin nicht angesagt.

Vor 15 Monaten wurde diese Idee für eine Bebauung des Großparkplatzes im Stadtrat diskutiert. Seitdem ist es wieder ruhig geworden um das Großprojekt. Die Vorbereitungen für einen Ideenwettbewerb wurden jetzt im Ausschuss für innerstädtische Entwicklungen verschoben. Der Bürger soll einbezogen werden.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Es war schon von einem städtebaulichen Ideenwettbewerb die Rede, zumindest von den Vorbereitungen dazu. So sollte zur Präzisierung der Aufgabenstellung ein erfahrenes Beratungsbüro hinzugezogen werden. Doch am Dienstag beschlossen die Stadträte im Sonderausschuss für Stadtentwicklung, das Verfahren über die künftige Nutzung des Naabwiesenareals, wie sich CSU-Fraktionschef Markus Bäumler ausdrückte, "erst noch einmal zu überdenken". Und SPD-Fraktions-Vize Hildegard Ziegler forderte eine Verschiebung des Wettbewerbs. Man wolle sich nochmals öffnen. Und zwar für grundsätzlich neue Ideen.

Ziegler machte sich für Gespräche stark. Mit den Nachbarn. Mit ÖPNV-Betreiber Wies. Mit der Stadtbau. Und vor allem müsse man die Bürger in Form von Workshops einbeziehen. Dem schlossen sich Baudezernent Oliver Seidel ("ein ganz wichtiges Instrument"), Bürgerlisten-Stadtrat Stefan Rank ("der Platz gehört allen Bürgern") und CSU-Fraktions-Vize Hans Blum ("Bürger müssen mitreden") an. Für die Grünen erinnerte Gisela Helgath daran, dass es bereits Workshops mit den Bürgern über das "als Parkplatz nur suboptimal genutzte Filetstück" gegeben habe. Ihre Frage dazu: "Wo sind die ganzen Ideen geblieben?"

Rank wies ferner darauf hin, dass die Ideen auch umgesetzt werden müssen. Deshalb sei es vernünftig, einen Investoren-Wettbewerb durchzuführen. Dem widersprach Blum. "Wir müssen das Heft in der Hand behalten." Schließlich machte Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) auf die möglichen Rechte des früheren Wettbewerbssiegers aufmerksam, von dem bisher nur ZOB und Grünzug realisiert worden sei. Gmeiner musste sich allerdings von Bürgermeister Jens Meyer (SPD) sagen lassen, dass dieser Architekt (Karlheinz Beer) der CSU-Fraktion angehöre, wie Gmeiner, dass man mit ihm ständig im Gespräch sei und er sich längst bereit erklärt habe, auch neue Wege mit zu gehen.

In einem weiteren Punkt besprachen die Mitglieder des Sonderausschusses Innenstadtentwicklung den aktuellen Stand der Planungen beim "Mobilitätskonzept". Das war früher besser unter dem Namen Verkehrsgutachten bekannt, erstellt vom Aachener Planungsbüro Reinhold Baier. Um die Fortschreibung unter dem neuen Namen kümmert sich jetzt das Verkehrsplanungsbüro "R + T" aus Darmstadt. Es hat bereits im gesamten Stadtgebiet Verkehrserhebungen, auch mit Hilfe von Kamerasystemen, durchgeführt. Bis Oktober dieses Jahres soll ein digitales Verkehrsmodell erstellt sein. Auf dieser Grundlage und weiterer statistischer Kenngrößen wie Einwohnerzahlen pro Stadtteil, Pendlerbewegungen und vielem mehr werden eine Status-Quo-Analyse und eine Verkehrsprognose erarbeitet. Damit wäre der Weg frei für die eigentlichen Planungsleistungen wie Verkehrsleitbild, Planungsziele und Realisierungskonzepte. Fertigstellung Herbst 2020.

Für Stefan Rank (Bürgerliste) war nicht ganz einsichtig, warum die Erhebungen jetzt durchgeführt wurden, wenige Monate vor der Eröffnung des NOC, womit es sicher gleich wieder zu Änderungen bei den Verkehrsströmen kommen werde. Baudezernent Oliver Seidel stellte klar, dass man nicht ständig neue Entwicklungen abwarten könne. Diese gebe es dauernd. Veränderungen würden umgehend in das Konzept einfließen. "Learning by doing", sagte Hans Blum. Und Matthias Holl ist gespannt auf die Veränderungen durch die Eröffnung NOC. Das digitale Mobilitätskonzept könne gleich zeigen was es könne.

Großparkplatz Naabwiesen: Diskussion um "Filetstück"

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