27.12.2020 - 15:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Impfteams starten in drei Seniorenheimen im Landkreis Neustadt

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Das Impfzentrum Weiden-Neustadt startete am Sonntag mit 40 Ampullen Impfstoff. Erste Einsätze führten die Teams in Seniorenheime nach Eschenbach, Pleystein und Waidhaus.

Es geht los: Die Wirbelsäulenchirurgin Dr. Andrea Fenk-Mayer aus Regensburg mit den Impfdosen in der Kühlbox.
von Helmut KunzProfil

Bereits im Morgengrauen trafen sich am Sonntagmorgen BRK-Leitung, Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Verwaltungsangestellte, Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und Polizeibeamte im BRK-Impfzentrum Weiden-Neustadt an der Ulrich-Schönberger-Straße zur Lagebesprechung. Dort lagerten 40 Ampullen Impfstoff. BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer hatte die Ampullen am zweiten Weihnachtsfeiertag von der Verteilerstelle in Nabburg abgeholt und über Nacht im Medikamentenkühlschrank des BRK an der Ulrich-Schönberger-Straße eingelagert.

Für die Belieferung zeichnete das Verteilerzentrum Erlangen verantwortlich. Die Dosis, die am Sonntag zu den Seniorenheimen gebracht wurde, reichte für 200 Impfungen, weil der Inhalt einer jeden Ampulle für 5 Impfvorgänge vorgesehen ist. Die nur wenigen Verteilerzentren erklärten sich aus der benötigten speziellen Tiefkühllagerung von minus 75 Grad, betonte das medizinische BRK-Vorstandsmitglied Gerhard Wührl.

„Wenn der Impfstoff aufgetaut ist, muss er innerhalb von fünf Tagen verbraucht werden.“ Darüber, dass Weiden-Neustadt zum Startschuss nur 200 Impfdosen bekommen habe, sei er nicht enttäuscht, meinte der Arzt. „Da alles ziemlich kurzfristig war, haben wir mehr Zeit, uns einzuarbeiten.“ In den nächsten Tagen erwarte er ohnehin größere Lieferungen.

Aus Gründen der Logistik steuerten die vier mobilen Teams zum Impf-Auftakt nur Alten- und Pflegeheime in Eschenbach, Pleystein (dort waren wegen der Größe der Einrichtung zwei Teams im Einsatz) und Waidhaus an. „Auch für die Seniorenheime kam alles recht schnell. Die mussten sich kurzfristig auf die Impfungen einstellen. Bei den nächsten Einsätzen ist dann sicherlich auch Weiden mit dabei.“ Es komme dabei immer auf die Größe der Heime an und wie viele Dosen gerade vorrätig seien. „Wir müssen das alles möglichst verlustfrei rausbringen.“ Die Impfung der breiten Bevölkerung beginne voraussichtlich im Januar.

Die Betreuer und Pflegekräfte in den betroffenen Heimen waren vorab informiert. Auch wussten die Teams, wer von den Heimbewohnern geimpft werden sollte. Wie Wührl erklärte, wurden die beteiligten Mediziner – niedergelassene Ärzte, Klinik- und Ruhestandsärzte – bereits am Samstag eingewiesen. Wer fehlte, bekam seine Instruktionen am Sonntag, unmittelbar vor dem Einsatz. „Die Einteilung läuft über Regensburg“, sagte Wührl. „Ich bekomme nur den Dienstplan. Nicht alle Ärzte sind aus der Gegend. Es kommen auch welche von weiter her.“

So wie die Wirbelsäulenchirurgin Dr. Andrea Fenk-Mayer aus Regensburg. „Die Verteilung funktioniert gut.“ Sie finde es toll, dass auch pensionierte Ärzte Gewehr bei Fuß stünden. Schließlich zeichne sich ein Impfmarathon ab. „Die können dann einspringen, wenn wir wieder arbeiten müssen.“ Die Impfung ein medizinisches Problem? Nein. Sie sei nicht schwieriger durchzuführen als andere Impfungen. „Die Leute sollen sich impfen lassen. Das Virus ist gefährlich, nicht die Impfung.“

Sie selber werde das auch tun. „Aber ich bin noch nicht dran. Wichtiger sind die Kollegen, die direkt am Covid-19-Patienten arbeiten.“ Aber nur 40 Ampullen zum Auftakt? "Das sind 40 Antworten." Die Ärztin: „Für mich ist es eine Ehre, heute hier dabei sein zu dürfen. Ich möchte, dass dieser Wahnsinn ein Ende hat. Die Impfung ist die Antwort.“ Und: „Ich bin mir sicher, dass die Lieferungen exponentiell zunehmen und unsere Organisationsstrukturen mit der steigenden Zahl an Impfdosen anwachsen werden."

Eine kürzere Anfahrt hatte Dr. Wahidullah Attiq, niedergelassener Arzt in Mantel. Auch er betreute am Sonntag ein Team und kümmerte sich vor der Abfahrt in den Landkreis unter anderem um eine fachgerechte Aufbewahrung des Impfstoffs im Fahrzeug. „Es ist ein schönes Gefühl, heute mit dabei zu sein. Langsam macht es keinen Spaß mehr. Die Geschichte ist viel zu traurig, bei den vielen Toten. Das muss langsam aufhören.“

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