Kurzzeitig klang das vergangene Woche schon sensationell: "Der Postkeller hört auf", waberte ein Gerücht rund um den Schirmitzer Weg. Ganz stimmte das dann doch nicht. Das Traditionslokal an der Leuchtenberger Straße macht unter bewährter Führung weiter. Dafür tut sich einige Meter weiter unterhalb etwas, beim TC am Postkeller. Dessen Sportheim mit rot gestrichener Fassade eröffnet am Donnerstag, 27. April, gegen 18 Uhr unter neuer Leitung.
Diese ehemalige Gaststätte "Duselbauer" übernimmt ein Italiener, genauer gesagt Nuccio Giuffrè aus Sizilien. Er hatte bislang einen Pizza-Abholservice mitten in Pirk. "Das Haus wurde verkauft, da kommen jetzt Büros rein, also hab ich was Neues gesucht", erklärt der 60-Jährige aus Messina, der nach eigenen Angaben aus einer Gastronomenfamilie stammt.
Nuccio Giuffrè wurde dann beim Tennisclub im Weidener Osten fündig. Er betritt damit kein Neuland. Schon bevor er vor einem Jahr in die Nordoberpfalz kam, arbeitete er in einem Tennisheim bei Regensburg, wo sein Patenonkel eine Pizzeria betreibt.
Nuccio kam erst vor zwei Jahren nach einer Trennung nach Deutschland, wo er neu anfängt. In Weiden hat er große Pläne. Zum Sportheim gehören innen 60 Sitzplätze plus noch einmal knapp 200 im Freien. Dort will er so ziemlich alles auftischen, was die italienische Küche zum Mythos macht, allem voran Pizza und Pasta. Ferner soll es Buffets für Geburtstage und Hochzeitsgesellschaften geben, später Live-Musik oder auch mal eine karibische Nacht.
Der "Duselbauer" bleibt im Namen erhalten. Er heißt nun wörtlich übersetzt "Fortunato". So hieß bis vor kurzem unterhalb der Tennisplätzte auch die Pizzeria, die vielen noch als das ehemalige "Bella Napoli" bekannt ist. Von diesem früheren "Fortunato" verwendet Harley-Davidson-Fan Giuffrè Gläser und Porzellan. Sie sind mit dem Namen "Fortunato" bedruckt. Daher spart sich der Neue mit der Übernahme des Namens die Investition in neues Geschirr.
TC-Postkeller-Vorsitzender Heiko Hauer freut sich über diese Lösung. "Wir haben einen Pächter gesucht, der das Lokal nicht über den Verein betreibt, sondern selber. Dann haben wir mal Probe gegessen und sind uns einig geworden." Im Gegensatz zum früheren "Duselbauer" soll das neue Lokal aber nicht nur im Sommer, sondern ganzjährig geöffnet sein.
Was aber wurde aus dem bisherigen Pächter, dem Ur-"Duselbauer"? Der steht im Moment auf ,hold'", erklärt Hauer. "Vielleicht machen wir mit ihm ab und an Aktionen auf der Tennisanlage." Dieser Pächter ging selber aus der Postkeller-Tennisjugend hervor und arbeitet dem Vernehmen nach nun in Weiherhammer.
Und der Ur-"Fortunato" im ehemaligen "Bella Napoli"?. Dem hat der Tennsiclub wegen einiger Unstimmigkeiten gekündigt, sagt Hauer. Für diese Gaststätte sucht der Verein zurzeit einen neuen Pächter. "Wir wollen das in etwa einem viertel oder halben Jahr geklärt haben, es gibt schon einige Interessenten", berichtet der Vorsitzende. Vorgaben an einen neuen Wirt gibt es keine. Mit einer Ausnahme: Es sollte nicht unbedingt ein italienisches Ristorante sein, denn der Tennisclub hat nun ja Nuccio.















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