Die KAB sei wie ein Bündel von Schaschlikspießen, betonte Dekan Johannes Lukas in seiner Festpredigt zum 60. Jubiläum der KAB St. Konrad: Sie sei vereint durch andauernde Treue gegenüber ihren Werten und gestärkt durch das gemeinsame christliche Weltverständnis. "Dieses fest geschnürte Bündel vermag man mit der Hände Kraft nicht zu zerbrechen, auch wenn jeder einzelne Mensch, der einzelne Spieß, durchaus seine Schwächen haben mag."
Seit Jahrzehnten lege die KAB immer wieder den Finger in offene Wunden, was die aktuellen Fragestellungen unserer Zeit betreffe. Dabei "piekst" sie Entscheidungsträger unserer Gesellschaft spürbar. Als Beispiel nannte der Geistliche auch den freien Sonntag. Die KAB sei und bleibe ein wichtiges Mitglied im pfarrlichen Leben der Gemeinde St. Konrad, unterstrich Stadtpfarrer Lukas im großen Saal des Seniorenheims.
Teamsprecher Michael Träger erklärte in seiner Festrede, dass sich die KAB vielseitig einsetze. Sie fördere den Brunnenbau in Uganda. Auf diese Weise ermögliche man den Menschen ein Leben im eigenen Land und mache sie nicht zu unfreiwilligen Migranten. Sie äußere sich bereits seit 1999 zur Thematik der finanziellen Anerkennung von Erziehung, Pflege und gesellschaftlichem Engagement.
Seit Jahrzehnten werbe die KAB für Rentengerechtigkeit, zum einen für die Mütterrente, zum anderen für eine dauerhaft stabile und gerechte Systemreform hinsichtlich zukünftiger Rentenjahrgänge. Die Diskussionskultur der KAB öffne sich allen demokratischen Kräften, sofern diese sich an Prinzipien wie Toleranz, Respekt und Weltoffenheit hielten.
Gleichzeitig mit dem Jubiläum wurde auch der Kettlerertag begangen. Stadtarchivarin Petra Vorsatz sprach über 100 Jahre Frauenwahlrecht in Bayern, beginnend von den ersten Bestrebungen in den 1850er Jahren. Den Frauen seien politische und vereinsmäßige Betätigungen bis weit in die 1890er Jahre verboten worden. Erst mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 habe sich die Situation verbessert. Der beharrliche Kampf der SPD habe schließlich am 7. November 1918 zur Einführung eines Wahlrechtes für Männer und Frauen in Bayern geführt. Das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes habe jedoch nach wie vor Bestand gehabt. Diese letzte Schutzburg sei Anfang der 1970er Jahre gefallen.
Dekan Lukas und Vorstandsteamsprecher Träger ehrten die Gründungsmitglieder Josef Köppl und Karl Feneis für 60 Jahre Treue. Kreisvorsitzender Hermann Stadler erinnerte an die Phase vor zwei Jahren, als niemand wusste, wie es mit der Hammerweg-KAB weitergehen sollte. Sein Dank galt Träger und dessen Führungsteam für ihre Rettungsaktion und zielstrebige Arbeit. Dann ließ Stadler das Wirken von Bischof Freiherr von Ketteler Revue passieren, der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Belange der Arbeiter eingesetzt hatte. Allein die Einkommensschere von Männern und Frauen mache deutlich, wie wichtig noch heute die KAB sei.













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