Weiden in der Oberpfalz
26.09.2019 - 16:15 Uhr

KAB hilft im Rentendschungel

Licht in das Problem „Rentenlüge – warum spielt man mit den Ängsten der Betroffenen?“ bringen und vielleicht Lösungen aufzeigen sollte das achte Kamingespräch des Kreisverbands der KAB im Vereinsheim „Almrausch“.

von fsb
Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente. Bild: fsb
Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente.

Rentenberater und Diözesansekretär Markus Nickl war zu Gast. Der betonte: Die Rente sei ein Thema, das alle angeht, aber gerade jüngere Leute gerne verdrängen. Doch wenn der Moment gekommen sei, sitze der Schock tief: Die Altersversorgung alleine reiche nicht mehr, um sich einen angenehmen und komfortablen Lebensabend zu gönnen und Geld für einen eventuellen Pflegeaufwand übrig zu haben. Im Gegenteil: Die Gefahr, dass dann die monatlichen Einkünfte unter Hartz-IV-Niveau sinken, wird immer größer.

Nach einer Untersuchung des Versicherungskonzerns Axa über die finanzielle Flexibilität im Alter schätzten die heutigen Berufstätigen den Bedarf an Finanzen im Ruhestand oft falsch ein. Sie glaubten, dass vor allem in den ersten Rentenjahren ein schwankender Geldbedarf auftreten werde. Doch Rentner sagen da etwas anderes: Ihr Finanzbedarf wachse – sei es wegen immer mehr Zuzahlungen oder zu wenig steigender Renten. Überhaupt sei die Im-Voraus-Rechnerei ein faules Ei. In der so genannten durchschnittlichen Rente werden auch Arbeitslosenrente, Altersteilzeit sowie Bezüge langjährig Versicherter mit eingerechnet zu einer Summe, die über den „wahren“ Altersrenten liegt: 2014 rund 858 Euro, wenn Männer und Frauen, Ost und West in einen Topf geworfen werden.

Bereits jetzt kommen auf einen Rentner „nur“ 1,6 Einzahler. Die stets als Gefahr beschworene demografische Katastrophe liege bereits hinter uns. Dennoch funktioniere das Prinzip der gesetzlichen Rentenzahlung. Pflichtmäßig abgenommenes Geld werde als Generationenvertrag später ausbezahlt. Vielen Beitragszahlern sei allerdings eine private Vorsorge unmöglich. Betriebsrenten werden nur von wenigen Betrieben gezahlt. Also bleibe nur die „Grundrente“ aus der Rentenversicherung. Damit diese auch zum Leben reiche, bedarf es einer Lösung des Problems.

Für Nickl müssen im Arbeitsleben ordentliche Löhne bezahlt werden, damit man später von den erworbenen Ansprüchen leben kann. In der Region werde der Durchschnittsverdienst nicht erreicht. Alle Jobs sollten von Anfang an sozialversicherungspflichtig sein. 60 Prozent Rente vom Lohn wären gerade der Mindestwert. Es gebe aber keinen Aufschrei, wenn nur 48 Prozent gezahlt werden. In Aktien zu gehen, sei nur für jene eine Empfehlung, die zu viel Geld hätten. Bei einer Einzahlung seiner Lebensversicherung in die Rentenversicherung sei eine gute Beratung dringend notwendig. Zudem plädierte Nickl für eine Mindestrente für alle ohne Einkommenseinrechnung. Bei jedem „Bruch“ im Leben wie Ausbildungsende, Heirat, Scheidung gelte es, alle Angaben zu überprüfen, da Lücken Jahre später nicht mehr gefüllt werden können. Die Devise sei, immer am Ball zu bleiben und die Problematik frühzeitig den Jungen weiterzusagen.

Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente. Bild: fsb
Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente.
Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente. Bild: fsb
Gesprächsleiter Alfons Ernstberger (links) und Rentenberater Markus Nickl diskutieren über die Rente.
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.