Weiden in der Oberpfalz
30.01.2019 - 11:28 Uhr

Kanarienvögel als Preis

Die Prämisse im Verein war die letzten 50 Jahre Schafkopfspielen und Gemütlichkeit. Das soll auch weiterhin so bleiben bei den „Kartenfreuden Grüne Au". Für Heiterkeit sorgt ein Rückblick in die Gründerjahre.

Die Mitglieder um Vorsitzenden Hans Dietl (rechts) feiern 50 Jahre "Kartenfreunde Grüne Au". Bild: Dobmeier
Die Mitglieder um Vorsitzenden Hans Dietl (rechts) feiern 50 Jahre "Kartenfreunde Grüne Au".

Nach einem belanglosen Gespräch am 6. Januar 1969 in der Gaststätte Ermer, genannt „Grüne Au“, an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße zur Wiesenstraße (heute Paracelsus-Apotheke) zwischen Ludwig Mehl und Georg Rippl eventuell einen Kartenverein zu gründen setzten sie diese Idee 20 Tage später um. Aus diesem Anlass des 50. Jubiläum gesellten sich die Kartenfreunde nicht wie eine Woche zuvor zum Preisschafkopf, sondern um gemeinsam im Schützenhaus das halbe Jahrhundert gebührend zu feiern.

Vorsitzender Hans Dietl begrüßte zahlreiche Mitglieder aus dem 40-köpfigen Verein und als Ehrengäste die Frauen vieler Kartenfreunde. Stadtrat Hans Forster bedankte sich für den Freiraum, den die Frauen ihren Männer zum Kartenspielen gewähren. In der Chronik von 1969 schmökerte Dietl. So sei das Startgeld von 2,20 DM zu entrichten gewesen. Als ersten Preis gab es einen „Freßkorb“ und als Trostpreis einen Liter Maggi-Würze, was zu viel Gelächter führte und der Forderung: „Diesen Trostpreis führen wir wieder ein.“ In der Statistik "ohne Gewähr" fand der Vorsitzender 149 als höchste erreichte Punktzahl und 21 als niedrigste bei den Preisschafkopfturnieren, die früher öffentlich waren. Trotz eines Fußballspiels der Nationalmannschaft und „Spiel ohne Grenzen“ spielten die Kartler an 11 Tischen, was die Begeisterung verdeutlichte. Kurios war auch als die Preise 1971 lebende Tiere waren. Der damalige Vorsitzende Ludwig Mehl wurde zum Zoodirektor, der Gänse, Karpfen und Kanarienvögel in Kisten verpackte und dann mit dem Handwagen zum Gasthaus transportierte.

Nachdem 1973 das Stammwirtshaus „Grüne Au“ schloss, zog der Verein in den „Schwarzen Bären“ am Schlörplatz um. 1981 erfolgte die Verlegung ins „Scharfe Eck“ am Edeldorfer Weg, wo die Wirtin 1983 mitteilte, dass sie ihr Lokal schließe. So landete der Verein schließlich im „Churpfälzer Hof“. Die Schafkopfer zogen mit der damaligen Wirtin Renate Hesl im Oktober 1983 ins FSG-Schützenhaus. Zu den Weihnachtsfeiern kamen 130 Personen, darunter 30 Kinder. „Ach waren das Zeiten“, schwärmte Dietl, als bei den Tombolas mit vielen gesammelte Sachpreisen bis zu 1000 Lose verkauft wurden. Es folgte im Schützenhaus die weiteren Pächterfamilien Hesl und Haberkorn bis schließlich 2006 die Familie Hägler bestens für Spieß und Trank sorgte. Zu den aktivsten Zeiten fuhren Mitglieder mit dem Bus zu Zielen in ganz Bayern und Tschechien. Einen Aderlass gab es mit Einführung des Rauchverbotes 2010.

Hans Forster überreichte an Vorsitzenden Dietl eine Flasche Schnaps als Dank für die Arbeit, die er vor vier Jahren von Hans Bäumler übernahm, nachdem mehrere Aspiranten abgesagt hatten. Als einziges Gründungsmitglied lebt Erich Völkl noch, konnte aber leider gesundheitsbedingt nicht anwesend sein. Für 45 Jahre wurde Ehrenmitglied Karl Loreth eine Urkunde überreicht. Jedes anwesende Mitglied erhielt zur Feier des Tages einen Verzehrgutschein über 25 Euro aus der Vereinskasse. Neue Mitspieler sind am dritten Freitag im Monat jederzeit beim Preisschafkopf im FSG-Schützenhaus willkommen.

 
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