15.04.2021 - 17:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wer wird Kanzlerkandidat der Union? CSU Weiden sieht Söder in der Zwickmühle

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Für die Weidener CSU ist klar: Markus Söder kann auch Bundeskanzler. Doch nach Berlin will ihn keiner seiner Weidener Gefolgsleute ziehen lassen. Nicht nur Ehrenkreisvorsitzender Lother Höher sieht den Landesvater in der Zwickmühle.

Wer soll den Kanzler-Kandidaten machen? Markus Söder (CSU, hinten), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, oder Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen? Die Weidener CSU hat dazu eine eindeutige Meinung.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Bürgermeister Lothar Höher, langjähriger ehemaliger JU- und CSU-Kreisvorsitzender verweist auf die guten Umfragewerte des bayerischen Ministerpräsidenten im Rennen um die Kanzler-Kandidatur der Union. Gegenkandidat Armin Laschet habe die Parteigremien hinter sich. "Wir sind zwiegespalten. Die Union hat zwei gute Kandidaten ist dennoch in einer schwierigen Situation."

Söder sei ein großartiger Ministerpräsident und werde ein sehr guter Bundeskanzler sein. "Wenn ihn die Bürger wollen, muss er sich zur Kandidatur stellen", meint Höher, der zugleich betont: "Gern würden wir aber Söder nicht nach Berlin abgeben." Höher rechnet aber damit, dass Söder nicht das Rennen machen wird. "Wir werden im Bundestagswahlkampf auch Armin Laschet unterstützen."

Stephan Gollwitzer, Höhers Nachfolger als Weidener CSU-Kreisvorsitzender, sieht die Union in einer "seltsamen Konstellation". "Der bessere Kandidat ist Markus Söder. Er kann Bayern führen. Das hat er nicht erst in der Corona-Pandemie bewiesen. Er kann sicher auch Deutschland führen." Allerdings, so Gollwitzer, sei fraglich, ob Deutschland einen Bayern zum Bundeskanzler wählen würde. "Er wäre ja nicht der erste, der es versucht und es nicht schafft." Die Union wäre gut beraten, die K-Kandidatur schnell, geräuschlos und einvernehmlich zu klären. "Wir werden den Sieger unterstützen, um eine rot-rot-grüne Regierung zu verhindern. Ich würde mir da schon Schwarz-Grün wünschen."

Auch die CSU-Stadträtin und ehemalige langjährige JU-Vorsitzende Maria Sponsel teilt die Sorgen ihres Mannes Stephan Gollwitzer: "Söder hat alles, was ein guter Bundeskanzler braucht. Ich befürchte aber, dass ihn zwar Bayern, aber nicht der Rest Deutschlands wählt."

Wenn die Union Armin Laschet zum Kanzler-Kandidaten küre, werde sie die Bundestagswahlen "krachend verlieren", prognostiziert CSU-Stadtrat Hans-Jürgen Gmeiner, der ein offenes Wort pflegt. Zugleich gesteht er, dass er Söder ungern nach Berlin ziehen lassen wolle. "Warum sollten wir in Bayern unseren besten Mann hergeben?"

Vor Söders glänzenden Umfragewerten dürfe die Unionsspitze nicht die Augen verschließen, fordert JU-Kreisvorsitzende Susanne Hajo. "Die Bürger wollen es: Markus Söder soll antreten. Er muss den Kandidaten machen. Seine Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl sind weitaus höher als die von Armin Laschet", meint die 33-jährige Nachwuchspolitikerin.

Info:

Zur Person Markus Söder ganz privat

  • Markus Söder ist am 5. Januar 1967 geboren.
  • Sein Vater war gelernter Maurermeister, die Mutter Bankkauffrau.
  • JU-Beitritt mit 16 Jahren.
  • In Söders Jugendzimmer hing ein Bild seines Idols, Franz Josef Strauß.
  • Einser-Abitur in Nürnberg, im Anschluss Jurastudium
  • Nach dem ersten Staatsexamen Volontariat beim Bayerischen Rundfunk zum Fernsehredakteur.
  • Promotion zum Dr. jur.
  • Seit 1999 verheiratet mit Karin Baumüller-Söder, Chefin von gut 1800 Mitarbeitern der Baumüller-Gruppe, und Mutter von drei der vier Kinder von Markus Söder.
  • Club-Fan, Hunde-Liebhaber und passionierter Tennisspieler

 

 

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