09.09.2019 - 15:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kaufhaus von Witt Weiden prägt Stadtbild

Kaufhaus und Verwaltungsgebäude von Witt Weiden prägen die Schillerstraße. Ihre besondere Architektur interessierte am Tag des offenen Denkmals am Sonntag rund 180 Bürger.

Den Verwaltungsbau im Rücken blicken die Teilnehmer am Tag des offenen Denkmals zum Witt-Kaufhaus auf der anderen Straßenseite. Alexander Würner (Fünfter von links) erläutert die architektonischen Details.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Kerstin Harms-Sudarma (Witt-Gruppe) freute sich über den zahlreichen Besuch und die Kooperation mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt. Von dort kam kompetente Unterstützung durch Jürgen Enderer und Alexander Würner, die die zwischen 1925 uns 1931 Jahren entstandenen Bauten und ihre moderne Architektur erläuterten. „Vielleicht haben wir es dem damaligen Stadtbaumeister Josef Linhardt zu verdanken, dass das Kaufhaus keine Zwiebeltürme trägt wie in der ursprünglichen Planung vorgesehen“, mutmaßte Würner. Originalpläne und Fotos dokumentierten den geänderten Bauauftrag, den schließlich das Nürnberger Architektenbüro Lehr und Leubert umsetzte.

Wer die erste Planung ausgeführt hat, die es immerhin bis zum Rohbau gebracht hatte, sei nicht bekannt. "Die Unterschrift auf den Plänen ist leider nicht zu entziffern und zuzuordnen", sagte Würner. Zum Zuge kamen letztlich andere, eben jene Nürnberger Architekten. Sie setzten auf den Rohbau des Kaufhauses noch ein Stockwerk drauf und schlossen es mit Lisenenbändern ab. Auf Schnörkel wurde verzichtet. Vielmehr erinnern die Anordnung der Fenster und die reduzierte Fassadengestaltung an den damals dominierenden Bauhaus-Stil. Zwei Türme markieren die Eckpunkte. Im Uhrenturm wurde der Eingang zum Kaufhaus untergebracht. Auch das eine Änderung zu den ersten Plänen, die den Eingang direkt auf der Längsseite zur Schillerseite vorsahen.

Nachdem das Unternehmen von Josef Witt weiter wuchs, wurde auch der Bau eines Versand- und Verwaltungsgebäudes gegenüber dem Kaufhaus in Auftrag gegeben. Da es sich um das Gelände des ehemaligen Siechenweihers handelte, waren umfangreiche Pfahlgründungen notwendig. "Dafür wurden Eichenstämme in engem Abstand in den Boden getrieben, Stämme darübergelegt und dann aufbetoniert", erklärte Architekt Alexander Würner.

Gerne hätte das Unternehemen am Sonntag auch eine Führung auf einen der Türme ermöglicht. Dies sei jedoch aus Sicherheitsgründen für so viele Personen nicht möglich gewesen, sagt Harms-Sudarma.

Den Besuchern am Tag des offenen Denkmals zeigte Witt original Baupläne, Schriftstücke und Fotos aus den 1920er Jahren.

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