20.05.2019 - 20:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kein Leihpersonal an Kliniken AG

Die Kliniken Nordoberpfalz AG werden sich kein Personal von der neuen Servicegesellschaft leihen. Das hat der Aufsichtsrat entschieden - "vorläufig". In einem anderen umstrittenen Punkt klingt die Entscheidung klarer.

von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Nach den Verstimmungen um durchgesickerte Informationen vergangener Beratungen verschickte am Montagabend der Neustädter Landrat Andreas Meier (CSU) eine Erklärung "im Auftrag" des Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Lippert, Landratskollege von Tirschenreuth (Freie Wähler). Diese hat es in sich, was auch die Autoren bereits in der Einleitung betonen: "Durchaus überraschende, aber auch wegweisende Entscheidungen traf der Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG im Rahmen seiner Sondersitzung am Montagnachmittag in Weiden."

Die neue Servicegesellschaft der Kliniken werde "vorläufig keine Personalgestellung an die AG zur Aufgabe haben". Diese Entscheidung stehe bis auf weiteres, "sprich: Bis ggf. anders lautende Beschlüsse gefasst werden sollten". Das bedeute, dass vorläufig weder im pflegerischen, noch im Wirtschaftsdienst die neue Servicegesellschaft eigenes Personal beschäftige, das dann an die Kliniken „ausgeliehen“ wird. Entsprechende Ansinnen waren in der Politik, aber vor allem auch von Gewerkschaftsvertretern heftig kritisiert worden.

Kein Dreiervorstand

Der Aufsichtsrat befasste sich weiter mit einer umstrittenen Personalfrage und entschied laut Mitteilung: "Der Beschluss, dass zukünftig anstelle von einem einzigen Vorstand, nämlich Josef Götz, ein Dreiergremium die Kliniken AG als Vorstände leiten soll, wird aufgehoben." Stattdessen sei beschlossen worden, es "auch zukünftig bei einem Vorstand zu belassen".

Zudem stellten sich die Räte geschlossen hinter den Vorstand: "Josef Götz wurde einstimmig das Vertrauen des Aufsichtsrats ausgesprochen." Im Hinblick auf dessen Ruhestand "in etwa zwei Jahren" solle aber "rechtzeitig" auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gegangen werden. Dazu solle ein Beratungsunternehmen ins Boot kommen.

Entscheidungen "überdenken"

Die Pressemitteilung schließt mit einer bemerkenswerten Erläuterung des eigenen Handelns: Der Aufsichtsrat sei sich sehr wohl im Klaren darüber, dass mit den Beschlüssen auch Richtungsänderungen gegenüber den Beschlüssen aus der vorangegangenen Sitzung folgten. „Man sollte jedoch gerade in einem so wichtigen Gremium wie einem Aufsichtsrat stets den Mut haben, Entscheidungen auch zu überdenken und auch zu ändern, wenn es neue Gesichtspunkte gibt“, wird der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Landrat Wolfgang Lippert, zitiert.

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