02.06.2020 - 18:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Keine Normalität an Kliniken: Einschränkungen bleiben

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Nur mehr zehn Prozent vom Höchststand: Die Corona-Entwicklung bei der Kliniken Nordoberpfalz AG ist erfreulich. Allerdings bleiben Herausforderungen. Zum Beispiel die Finanzsituation fürs Unternehmen und die Wartezeiten für Patienten.

Wichtige Entscheidungen in Sachen Wirtschafts- und Sanierungsplan für die Kliniken AG sind nun gefallen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Kaum mehr Coronapatienten und doch weit entfernt von "normalem" Kliniken-Betrieb: So lässt sich die Situation in der Kliniken Nordoberpfalz AG zusammenfassen, so wie sie der Ärztliche Direktor, Professor Christian Paetzel, im Lageeinschätzung für Oberpfalz-Medien schildert. 10 bis 15 Covid-Patienten behandelt die Kliniken AG noch. Das entspreche knapp 10 Prozent des Aufkommens zur Hochphase im April, erklärt Paetzel. Etwa die Hälfte werde auf einer Intensivstation behandelt. "Hier erwarten wir ebenfalls einen deutlichen Rückgang, der aber aufgrund der langen Intensivpflichtigkeit der Betroffenen der epidemiologischen Entwicklung verzögert folgt."

Weiden in der Oberpfalz

Täglich werden zudem zwei bis drei Verdachtsfälle neu aufgenommen, und isoliert behandelt, bis ein Testergebnis vorliegt. Die beiden Infektiologen im Haus, Dr. Werner Heinz und Dr. Klaus-Friedrich Bodmann, kümmern sich auch um diese Station, so wie sie "mit ihrer deutschlandweit anerkannten Expertise in den letzten Monaten die Versorgung in unseren Kliniken im Rahmen der Pandemie herausragend zusammen mit dem gesamten Team gewährleistet haben".

Oberpfalz
Professor Christian Paetzel

Trotz der positiven Entwicklung könne von normalem Betrieb nicht gesprochen werden. Und das bleibt auf absehbare Zeit so. Das liege unter anderem daran, dass bayerische Kliniken mindestens bis 31. Juli Betten auf Normal- und Intensivstationen freihalten müssen. Diese Vorgabe stelle die Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen. "Zum einen ist es kaum möglich, die erforderlichen Erlöse zu erzielen, um wirtschaftlich zu arbeiten." Hinzu kommen die hohen Kosten für die Schutzausrüstung. "Atemmasken kosten zur Zeit mehr als das Zehnfache des ursprünglichen Preises." Zum zweiten können die Wartelisten für elektive, also zeitlich planbare, Operationen nicht so schnell wie geplant abgearbeitet werden. Allerdings versichert Paetzel, dass Notfälle und medizinisch dringende Eingriffe wie etwa Tumoroperationen auch weiter nicht betroffen sind, wie schon während der gesamten Corona-Pandemie. Am Klinikum Weiden wurde hierfür eine zusätzliche Überwachungseinheit für operierte Patienten geschaffen, um diese Abläufe sicherzustellen.

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Denn auch wenn derzeit wenig für eine zweite Corona-Welle spricht: "Eine komplette Normalisierung sehe ich in den nächsten Monaten nicht", sagt Paetzel. Das Coronavirus bleibe hochinfektiös und leicht übertragbar. "Eine gewisse Zahl von Infektionen wird uns deshalb mittelfristig wohl weiterhin begleiten." Und spätestens wenn mit Herbst und Winter die Erkältungszeit kommt, werde die Entwicklung der Pandemie wieder genau zu beobachten sein. Für Professor Paetzel steht deshalb eines fest: "Ziel muss es sein, möglichst schnell einen sicheren und wirksamen Impfstoff zu entwickeln."

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