30.10.2019 - 10:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kevin „Lazar“ Lawrow: Weidener Wrestler über harte Kämpfe und große Shows

Eine tobende Menge, muskulöse Kämpfer, die ihren Gegner mit waghalsigen Würfen zu Boden zwingen. Wenn Kevin „Lazar“ Lawrow im Wrestling-Ring steht und das Adrenalin durch seinen Körper schießt, ist der 28-Jährige in seinem Element.

Kevin „Lazar“ Lawrow liebt das Adrenalin, die tobende Menge und das Gefühl, alles zu geben. Dafür hat er den perfekten Sport gefunden: Wrestling
von Julia Hammer Kontakt Profil

Schon als Kind war dem Bürokaufmann klar: Ich werde irgendwann in einem Ring stehen. Im Interview erzählt der Wahlberliner, was ihn an der scheinbar brutalen Welt des Wrestlings fasziniert und warum er es außerhalb des Leistungssports gerne auch ein wenig ruhiger mag.

ONETZ: Wie bist du das erste Mal mit Wrestling in Berührung gekommen?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Ich erinnere mich noch gut, das war 1993. Mein Bruder hat sich die World Wrestling Federation auf VHS aufgenommen. Ich habe mir die Tapes mindestens 1000 Mal angeschaut. Ich habe gewusst: Eines Tages werde ich auch in einem Ring stehen und kämpfen. Und das habe ich geschafft.

ONETZ: Du bist Mitglied der German Wrestling Federation. Wie hast du das geschafft?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Das war mehr oder weniger Zufall. 2017 kündigte die GWF per Facebook mehrere Tryouts – das sind Probetrainings – an. Ich habe mich beworben und schon einige Wochen später habe ich an einem Tryout in der „GWF-TrainingSchool“ mitgemacht. Ich habe die Trainer von mir überzeugt – und bin noch heute glücklich darüber.

ONETZ: Wenn du im Ring stehst, dröhnt "Lazar" durch die Hallen. Was bedeutet dein Künstlername?

Kevin „Lazar“ Lawrow: „Lazar“ ist abgeleitet von „Lazarus“ beziehungsweise dem „Lazarus-Phänomen“ – der scheinbaren Auferstehung. Es ist für mich ein symbolischer Name, der mich motiviert. Mittlerweile ist es auch schon in meiner Familie und unter meinen Freunden normal, dass sie mich mit Lazar anreden.

ONETZ: Training bedeutet hartes Training? Wie sieht das bei dir aus?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Das ist es. Hart aber effektiv. Ich trainiere viermal pro Woche in einem Fitnessstudio. Zusätzlich übe ich gezielt zwei- bis dreimal pro Woche Wrestlingtechniken in der Wrestlingschule. Ein straffes Programm, aber anders geht es nicht, wenn man erfolgreich sein will.

ONETZ: Wie motivierst du dich, wenn du an deine körperlichen Grenzen stößt?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Motivation spielt, wie in jedem anderen Sport, auch beim Wrestling eine große Rolle. Aufgeben ist im Training und während eines Kampfes keine Option. Es gibt gute und schlechte Tage, aber gerade, wenn es mal nicht so gut läuft, ist es wichtig, seine Ziele weiterhin zu verfolgen. „Wenn du denkst, dass du jemand bist, hörst du auf, jemand zu werden.“ Dieser Satz ist zu meiner Lebenseinstellung geworden. Ein credo, das mir meine Trainer Ahmed chaer und crazy Sexy Mike mit auf den Weg gegeben haben und das mich immer wieder zu Höchstleistungen antreibt.

ONETZ: Hast du dich bei einem Kampf schon ernsthaft verletzt?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Im Dezember 2018 habe ich meinen Mittelfuß während des Trainings verletzt. Das hat mich acht Wochen außer Gefecht gesetzt. Das war ein ziemlicher Rückschlag, aber ich konnte zum Glück ab März wieder aktiv an unseren Shows teilnehmen. Heute spüre ich von der Verletzung glücklicherweise nichts mehr.

ONETZ: Was gibt dir das Wrestling und wie unterscheidet es sich von anderen Sportarten - beispielsweise Fußball?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Das Wrestling gibt mir die Möglichkeit, mich auszutoben und an meine Grenzen zu gehen. Alleine das Gefühl vor einem Kampf durch den Vorhang zu schreiten und vor hunderten tobenden Fans die Halle zu betreten, ist unbeschreiblich. Ich bin ein großer Fußballfan und finde, dass man beim Wrestling (meistens) auf sich allein gestellt ist, während Fußball ein Teamsport ist. Jedoch gibt es Parallelen – beides dient der Unterhaltung und die Sportler geben ihr Bestes, um den Fans eine Show zu bieten. Es wäre sehr schön, wenn dem Wrestling in Deutschland genauso viel Beachtung geschenkt werden würde wie dem Fußball.

ONETZ: Wie sehen deine Tage kurz vor einem Kampf aus?

Kevin „Lazar“ Lawrow: In der Zeit unmittelbar vor den Kämpfen bin ich meistens etwas aufgeregt, aber das belastet mich keineswegs. Ich ziehe das Training wie gewohnt durch. Ernährung spielt generell immer eine große Rolle. Aber am Tag nach dem Kampf gönne ich mir schon mal gern eine Pizza. Das ist dann auch mal erlaubt.

ONETZ: Dein größter Erfolg - und deine Ziele für die Zukunft?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Meine größten Erfolge waren die Teilnahmen am GWF Battlefield-Match 2019 und der Stadtmeisterschaft in Schwabach. Ich habe beide Male nicht gewonnen, aber ich habe Erfahrungen gesammelt. Die Niederlage hält mich nicht ab, weiterhin alles zu geben – und einen Titel in der GWF zu gewinnen

ONETZ: Wirst du in deiner Heimat Weiden auf das Wrestling angesprochen?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Die Leute in der Heimat sprechen mich tatsächlich häufig darauf an. Ich empfinde das als positiv, denn es zeigt, dass das Interesse an unserem Sport auch in Weiden größer wird. Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch dort irgendwann eine Wrestling-Veranstaltung.

ONETZ: Wie entspannst du dich, wenn du nicht trainierst?

Kevin „Lazar“ Lawrow: Ich bin gerne draußen, gehe zu Konzerten oder fiebere beim Fußballspiel mit. Mein Hobby ist das Fotografieren. Und ich nutze jedes freie Wochenende, um meine Familie in Weiden zu besuchen.

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